Söldner aus Kriegsgebieten?: Konflikt in Berg-Karabach: Armenien meldet heftige Gefechte

Ein von Artillerie getroffenes Haus in Stepanakert

Aus dem Verteidigungsministerium in Baku verlautete hingegen, die armenischen Streitkräfte hätten aserbaidschanische Armeestellungen und Ortschaften unter Beschuss genommen. Zu neuen Opferzahlen wurde zunächst nichts bekannt.

Die auflodernde bewaffnete Konfrontation in Karabach zieht wie ein Magnet Kämpfer allerlei internationaler Terrornetzwerke an. Diese Angaben lassen sich nur schwer überprüfen, weil es kaum unabhängige Beobachter dort gibt. Aserbaidschan zählte zuletzt nach eigenen Angaben 19 tote Zivilisten und 60 Verletzte. Das Gebiet wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Die Türkei machte dagegen Armenien für die Eskalation verantwortlich und sicherte Aserbaidschan jede Unterstützung zu.

Nach armenischer Darstellung hat Aserbaidschan weitere Kräfte in das Konfliktgebiet hinzugezogen. Ankara hatte zwar immer wieder seine Unterstützung für Baku betont, aber nicht bestätigt, an den Gefechten direkt beteiligt zu sein. Im Konflikt gilt die Türkei als Verbündeter und Schutzmacht von Aserbaidschan. Es sei wichtig, dass sich die Konfliktparteien "unverzüglich und bedingungslos" wieder an den Verhandlungstisch setzten, hieß es. Über mögliche russische Friedenstruppen sollte in der so bezeichneten Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) diskutiert werden, schlug er vor. In diesem Format vermitteln Russland, Frankreich und die USA in dem Konflikt.

International wächst die Sorge vor einem Flächenbrand mit Beteiligung islamistischer Terroristen aus Syrien und Libyen. Laut Spiegel-Recherchen habe der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gezielt syrische Söldner in den Südkaukasus verlagert und so in das Kriegsgeschehen eingegriffen. Auch Russland hatte von plausiblen Hinweisen darauf gesprochen.

Diese Wohnung in Stepanakert ist nach den Gefechten komplett verwüstet.

"Das sind Falschnachrichten", sagte Aliyev dazu in einem Interview mit dem Fernsehsender Al-Dschasira. Es sollten Beweise vorgelegt werden.

Heute kämpft das aserbaidschanische Volk für die Befreiung seines Territoriums und hat dazu sowohl die Kraft als auch das Potenzial. "Was wir machen, machen wir selbst", meinte der Präsident.

Mit schwerem Artilleriebeschuss der Südkaukasus-Region Berg-Karabach und ihrer Hauptstadt Stepanakert ist der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan weiter eskaliert.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um Bergkarabach, wo rund 145.000 Menschen leben.

Am Montag gab es nach armenischen Angaben im Süden und Norden von Berg-Karabach heftige Kämpfe. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren hatte Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet verloren. Im Jahr 1994 unterzeichneten Aserbaidschan, Armenien und die Republik Bergkarabach unter Vermittlung der Russischen Föderation ein Protokoll über einen Waffenstillstand. "Diese ist nicht nur von einer einseitigen Parteinahme zugunsten von Armenien geprägt, sondern von einer Terminologie, die mit investigativem und sachlichem Journalismus wenig gemein hat". "Wir mussten uns verteidigen", behauptete er in Richtung Armenien.

Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hat sich bezüglich einer Beendigung der Kämpfe in Bergkarabach zu Zugeständnissen bereit gezeigt. "Der Konflikt muss jetzt gelöst werden". Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird aber international nicht anerkannt. "Meine lieben Landsleute, Brüder und Schwestern, wir stehen vor dem vielleicht entscheidendsten Moment in unserer Geschichte", schrieb er am Samstag auf Facebook.

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