Corona-Neuinfektionen in Deutschland - Die neusten Zahlen

Immer mehr deutsche Städte werden Corona-Hotspots

Immer lauter wird die Kritik an Beherbergungsverboten bei innerdeutschen Reisen. Doch zunehmend wird auch Kritik an den Maßnahmen laut. Allein in Nordrhein-Westfalen lagen am Sonntag insgesamt neun Kreise und kreisfreie Städte über der wichtigen Corona-Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 2.467 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Köln überschritt als weitere deutsche Großstadt die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Wirtschaftsverbände laufen Sturm gegen das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Für Köln hatte das NRW-Landeszentrum Gesundheit die 7-Tage-Inzidenz am Samstag mit 54,8 angegeben. In Bayern gilt dieser Regelsatz bereits.

Auf Straßen und Plätzen darf abends ab 22.00 Uhr kein Alkohol mehr konsumiert werden. An den Wochenenden gilt an Party-Hotspots ein Verkaufsverbot für Alkohol. Dort sollen sich nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Außerdem wurde die Personenzahl bei Feiern beschränkt. In Fußgängerzonen müssen die Menschen Masken tragen.

Auf den Intensivstationen des Landes wurden am Samstagabend 1456 Menschen behandelt, das waren 17 mehr als am Vortag. Etwa 273 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

In einer Reihe von Bundesländern haben die Herbstferien begonnen.

Umstritten bleiben die von mehreren Bundesländern erlassenen Beherbergungsverbote für Urlauber aus solchen Corona-Hotspots. Das trifft etwa viele Berliner, die in den Ferien an die Ostseeküste wollten. Der vereinbarte Maßnahmenkatalog sieht unter anderem die Entsendung von Experten des RKI und der Bundeswehr vor, wenn die Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird.

Berlin versucht, mit strengeren Corona-Regeln der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken. Seit Samstag müssen hier Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte von 23:00 bis 6:00 Uhr geschlossen sein. Im Freien dürfen sich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen versammeln.

Am vergangenen Freitag hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Oberbürgermeistern der elf größten deutschen Städte über die Lage beraten. Und aus Bayern kommt der Ruf nach einheitlichen Bußgeldern.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte an, dass die Beherbergungsverbote bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch noch einmal beraten werden. Dies sorge für große Verunsicherung bei den Unternehmen, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schließlich hätten gerade die Betriebe in der Tourismuswirtschaft sichere Hygienekonzepte ausgearbeitet, digitale Lösungen entwickelt und sich unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert. Die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, bezeichnete es in der "Passauer Neuen Presse" als "völlig unbefriedigend, dass wir keine bundeseinheitlichen Regelwerke haben". "Diese Regelungswut ist oft eher kontraproduktiv", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, "ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet", hatte Merkel betont. "Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus", sagte Gassen. Der Virologe Christian Drosten hält es derweil für notwendig, dass es bald wieder mehr bundeseinheitliche Regelungen gibt. "Ich löse mit diesen Regeln also kein Problem, weil es da kein Problem gibt".

Related:

Comments

Latest news

Protestmarsch in Belarus: Polizei nimmt zahlreiche Demonstrierende fest
Wegen des brutalen Vorgehens der Behörden gegen friedliche Demonstranten hat die EU zudem neue Sanktionen gegen Belarus verhängt. Bereits am Samstag waren Frauen in kleinen Gruppen mit Blumen in den Händen durch Minsk und andere Städten gezogen.

Sohn von John Lennon - Sean Lennon: Songs sind wie eine Zeitmaschine
Wir feiern den Ex-Beatle und Friedensaktivist John Lennon am grossen "Radio L John Lennon-Tag". Das ehemalige Beatles-Mitglied wurde 1980 in New York erschossen.

Trump verspricht kostenlose Behandlung mit Antikörper-Mitteln
US-Präsident Donald Trump ist infolge seiner Covid-19-Erkrankung nach eigenen Angaben nun "immun" gegen das Coronavirus. Unklar ist jedoch, ob und wie der Zulassungsprozess für ein solches Medikament beschleunigt werden kann.

Kreise: Chipkonzern AMD will Xilinx kaufen - Mehr Konkurrenz für Intel
AMD soll an einer Übernahme des weltweit größten Herstellers von programmierbaren Logikchips interessiert sein: Xilinx . So zitierte das " Wall Street Journal " am Donnerstag (Ortszeit) mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zweites TV-Duell zwischen Trump und Biden abgesagt
Trump sagte in einem am Freitagabend ausgestrahlten TV-Interview, er sei getestet worden, habe die Werte aber noch nicht bekommen. Trump war vergangene Woche zusätzlicher Sauerstoff verabreicht worden, nachdem der Sättigungswert unter 94 Prozent gefallen war.

Other news