Ischgl-Expertenkommission in Österreich - "Folgenschwere Fehler"

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Es habe panikartige Reaktionen bei den vielen ausländischen Gästen gegeben, die in Windeseile versucht hätten, die Region zu verlassen.

Sieben Monate nach dem Corona-Ausbruch im Tiroler Ski-Ort Ischgl hat eine Experten-Kommission schwere Fehler im Krisen-Management ausgemacht. Außerdem habe es keinen Evakuierungsplan gegeben, so Rohrer.

Einen Verdacht räumte die Expertenkommission aus: Für das Gerücht, die Tourismus- und Seilbahnwirtschaft hätte auf die Entscheidungen der Behörden einen Einfluss gehabt, gebe es keine Anhaltspunkte. Ischgl gilt als einer der Orte, von dem aus sich das Virus über Europa verbreitet hat. Alle Befragten hätten dies entschieden zurückgewiesen.

Unter den Auskunftspersonen befanden sich Touristiker, Seilbahnverantwortliche, Personen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, ein Fernsehjournalist, ein Vertreter des Verbraucherschutzvereins, Ärzte und Wissenschafter, Vertreter der Wirtschaft und die Verantwortungsträger der Bezirke, des Landes und des Bundes. Ihr Auftrag war es, "umfassend, transparent, unabhängig" zu ermitteln; der Bericht umfasst fast 300 Seiten. Es handle sich um einen "unendlich komplexen Sachverhalt", sagte Rohrer über die Recherchen. Seit Anfang Juni hatte die sechsköpfige Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes in insgesamt vier mehrtägigen Sitzungen 53 Auskunftspersonen angehört. Bereits am 3. März habe es durch Mails aus Island an ein Hotel in Ischgl Hinweise gegeben, dass Erkrankte zuvor in dem Ort gewesen waren. Nach weiteren Hinweisen sei ein Kellner, der bisher oft als Barkeeper bezeichnet worden sei, in der Après-Ski-Bar "Kitzloch" positiv getestet worden. Die baldige Schließung des Lokals und die Testung der Belegschaft seien angemessen gewesen. Es sei "vorerst prompt und richtig reagiert" worden.

Bei einem Verbraucherschutzverein, der die Interessen der Geschädigten vertreten will, haben sich inzwischen mehr als 6000 Tirol-Urlauber aus 45 Staaten gemeldet.

International hatten die Corona-Infektionen in Ischgl für Schlagzeilen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt gegen vier Verdächtige wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Es gelte, dort Verantwortung einzugestehen, sich bei den Reisenden zu entschuldigen und Schadenersatz anzubieten.

Ischgl galt zu Beginn der Corona-Pandemie als einer der großen Hotspots in Europa.

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