Stuttgart 0 Daimler schlägt sich besser als gedacht

Daimler-Produktionsstätte in Frankreich Bild AFP

Nach dem Corona-Absturz im Sommer hat sich der Autobauer Daimler mit deutlich besseren Zahlen als erwartet zurückgemeldet. Während die Analysten 1,3 Milliarden Euro operatives Ergebnis erwartet hatten und damit nochmal einen Rückgang verglichen mit dem Vorjahr, schließt das Personenwagengeschäft im dritten Quartal sogar mit mehr als 2,1 Milliarden Euro Ebit ab. Der Umsatz fiel von 98,7 Milliarden auf 76,9 Milliarden schwedische Kronen (rund 7,4 Mrd Euro) - währungsbereinigt ein Minus von 16 Prozent. Der Markt habe sich schneller erholt als gedacht, vor allem im September hätten sich die Geschäfte stark entwickelt, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit. Dazu wirkten sich die strikte Disziplin bei den Kosten und die übrigen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz positiv aus. Den Schwung werde man auch in die verbleibenden Wochen des Jahres mitnehmen können - immer vorausgesetzt, dass es zu keinen weiteren Corona-Lockdowns kommt. Das hat Konjunktursorgen geweckt und die Anleger vorsichtig gemacht. Seit Juli gab es laut Daimler Anzeichen für eine Absatzerholung, vor allem im September liefen die Geschäfte gut. Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen und Steuern liegt mit 3,07 Milliarden Euro deutlich über den Markterwartungen. Laut Vorstandsmitglied Harald Wilhelm erwartet Daimler, dass die positive Entwicklung auch im vierten Quartal anhält.

Das Management stellt bei der Veröffentlichung der vollständigen Quartalszahlen am 23. Oktober eine neue Prognose für das Gesamtjahr in Aussicht. Nicht Wachstum um des Wachstums willen sei das Gebot der Stunde, so betonte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius in dieser Woche in einer Journalistenrunde, sondern profitables Wachstum. Betriebsbedingte Kündigungen sind zwar vom Tisch, dafür werden auf anderen Wegen Arbeitsplätze gestrichen.

Als kurzfristige Reaktion auf die Corona-Pandemie wird in bestimmten Bereichen die Arbeitszeit verkürzt. Zudem muss die komplette Belegschaft in Deutschland auf die jährlich gezahlte Prämie verzichten. Und sein Smart-Werk im französischen Hambach will Daimler verkaufen.

Außerdem wird der Ausbau des Angebots an Elektroautos vorangetrieben mit mehr als 20 reinen batterielektrischen Modellen bis 2030.

Auch das Nutzfahrzeuggeschäft Trucks & Buses und die Sparte Daimler Mobility hätten im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, erklärte der Konzern. Die Autosparte dürfte wohl von der Preismacht des Unternehmens, einem starken Produktmix und Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe profitiert haben.

Positive Signale kamen auch von Daimlers Konkurrenten Volkswagen und Volvo sowie vom europäischen Branchenverband ACEA. Die Daimler-Aktie legte am Freitag um 3,7 Prozent zu und war damit größter Gewinner im Leitindex Dax.

Related:

Comments

Latest news

Andrej Mangold und Jenny Lange sollen Michael Wendler ersetzen
Die RTL-Unterhaltungsshow " Das Sommerhaus der Stars " ist jedes Jahr aufs Neue etwas, auf das die zahlreichen Fans hinfiebern. Mit seinen wirren Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie hat sich Michael Wendler ins Aus katapultiert.

EU setzt nach Anschlag auf Nawalny Sanktionen in Kraft
Moskau behauptet auch, dass alle Nowitschok-Vorräte aus sowjetischer Entwicklung auf russischem Gebiet vernichtet worden seien. Dass die Beziehungen zwischen der EU und Moskau von einer Person abhängig gemacht würden, hielt er für bedauerlich.

Söder nach Corona-Gipfel: Bayern verschärft Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen
GRENZEN: Trotz der massiv steigenden Corona-Infektionen in Österreich und Tschechien will Bayern die Grenzen offen halten. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22 Uhr.

Remdesivir laut WHO bei CoV wirkungslos
Die WHO wollte den Bericht jedoch nicht kommentieren und verwies darauf, dass die Studienergebnisse noch nicht öffentlich seien. Die WHO hat die Wirkung von vier unterschiedlichen Medikamenten geprüft, die in der Corona-Pandemie eingesetzt werden.

Trump genervt von Moderatorin: So lief das Fernduell mit Biden
Der Präsident wollte sich wieder nicht darauf festlegen, wann er vor seiner Covid-Erkrankung zuletzt negativ getestet worden war. September habe testen lassen, bevor er mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden in Cleveland zusammentraf.

Other news