Boris Becker wehrt sich vor Gericht gegen sieben Jahre Haft

Der frühere Tennisprofi Boris Becker tritt am Southwark Crown Court in London ein

Eigentlich können Insolvenzverfahren in dem Land bereits nach einem Jahr abgeschlossen werden. Es geht erneut um sein Insolvenzverfahren. In dem 50 Millionen Euro schweren Verfahren entscheidet eine Jury aus Geschworenen über das etwaige Strafmaß, das für das Becker vorgeworfene Vergehen bis zu sieben Jahre betragen kann.

"Er ist völlig unschuldig und beabsichtigt, sich zu gegebener Zeit vor Gericht zu verteidigen", sagte Beckers Sprecher Aaron Stephans nach der Anhörung.

Heute hat Becker einen weiteren unangenehmen Termin: Sein Fall wurde an den Southwark Crown Court in London verwiesen. Dabei soll es um diverse Konten, eine Wohnung in London, zwei Grundstücke in Deutschland und Anteile an einer belgischen Firma gehen.

Das Verfahren gegen Boris Becker startete am Donnerstagvormittag mit einer Anhörung. Die zuständige Insolvenzbehörde führt nun strafrechtliche Ermittlungen gegen Becker. Konkret wird ihm in 19 Fällen fehlende Informationsübergabe an die Insolvenzbehörde vorgeworfen.

Was ist über Beckers Insolvenzverfahren bekannt? Im Fall Becker war es jedoch verlängert worden, nachdem der Insolvenzverwalter gerügt hatte, dass der frühere Tennisprofi ihm Informationen vorenthalten habe. Im Sommer 2019 zwangsversteigerte man einen Teil seiner Trophäen - insgesamt 82 Erinnerungsstücke wie Pokale, Medaillen oder Uhren wechselten in einer Online-Auktion den Besitzer.

In Beckers Fall wurden die Insolvenzauflagen jedoch um zwölf Jahre verlängert - der Ex-Profi muss sich bis zum 16. Oktober 2031 bestimmten Einschränkungen für zahlungsunfähige Personen in Großbritannien unterwerfen.

Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätte Becker damit gegen Auflagen verstoßen. "Es war nie ein Grund, dass ich Tennis gespielt habe oder heute arbeite", sagte Becker in Dessau und versicherte: "Ich verdiene immer noch zwei Mark fünfzig".

Lesen Sie auch: Er soll Vermögen verheimlicht haben: Muss Boris Becker jetzt ins Gefängnis? . Becker selbst sprach wenig später von einem "verzögerten Informationsfluss im Insolvenzverfahren".

Im Falle einer Verurteilung drohen dem einstigen Tennisprofi bis zu sieben Jahre Haft, berichteten unter anderem der "Guardian" und "Sky News" im September.

Wie hat sich Becker beruflich seit Ende seiner Tenniskarriere aufgestellt?

Stolz: Boris Becker bei seinem Wimbledonsieg-Sieg mit 17 Jahren.

Die aktuellen Vorwürfe weist der dreimalige Wimbledon-Sieger zurück. Beim Deutschen Tennisbund ist er seit 2017 als "Head of Men's Tennis" für den Spitzensport im Herrenbereich verantwortlich.

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