Krise, welche Krise? Millionäre spüren von Corona-Pandemie nur wenig

"Angesichts des Schadens, den der COVID- 19 der Weltwirtschaft zugefügt hat, erscheint es bemerkenswert, dass das Vermögen der Haushalte relativ unbeschadet davongekommen ist", sagt Anthony Shorrocks, Ökonom der Universität Manchester und Co-Autor des Berichts.

In Deutschland erhöhte sich das Vermögen pro Erwachsenem im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent. Weltweit sind es im Durchschnitt sogar 43 Prozent. Im Gesamtjahr 2020 dürfte es um 3,9 Prozent zulegen - trotz Corona-Krise.

Die Zahl der Millionäre hierzulande stieg um 58.000. Damit gibt es über sechs Millionen Chinesen, die als Millionäre gelten. Auf rund 175'000 Menschen schätzt die Credit Suisse die Zahl der sogenannten "Ultra High Net Worth Individuals" mit Nettovermögen über 50 Millionen Dollar.

Es habe zwar von Januar bis März mit den Geschäftsschließungen zunächst einen starken Einbruch gegeben, doch sei die Erholung markant gewesen, schreibt die Credit Suisse. Ende Juni habe das Vermögen privater Haushalte weltweit rund 0,3 Prozent oder eine Billion Dollar (840 Milliarden Euro) höher gelegen als Ende 2019. Die Bank geht aber davon aus, dass die Einkommensschere in vielen Ländern nun auseinandergeht, weil Erwerbstätige mit geringen Einkommen und unsicheren Arbeitsplätzen in der Krise am ehesten ihren Job verlieren.

In Deutschland ist der Vermögensunterschied im europäischen Vergleich besonders ausgeprägt: Das oberste Prozent der reichsten Leute besitzt 29 Prozent der Vermögen (so viel wie in China), verglichen mit 22 Prozent in Frankreich oder Großbritannien.

Die Vermögenden hierzulande profitieren seit langem vom Immobilien-Boom. Ein Grund dafür waren die eingeschränkten Möglichkeiten, Geld auszugeben.

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Häuser und Wohnungen in vielen Regionen deutlich gestiegen. Auch die Kurserholung an den Börsen machte sich positiv bemerkbar. Die Aussichten auf weitere Wohlstandsvermehrung seien aber nicht so rosig, unter anderem, weil Regierungen ihre Ausgaben wohl später durch Steuererhöhungen wieder hereinholen müssten und weil Zinsen steigen würden. 57 Prozent des Bruttovermögens der deutschen Privathaushalte entfällt nach Credit-Suisse-Berechnungen auf Sachwerte wie Immobilien.

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