Konkurrenz setzt Netflix zu - Kundenwachstum stark abgeflaut

1 Der Kundenandrang bei Netflix hat im Vergleich zum ersten Halbjahr stark nachgelassen

Doch schon im Sommer dämpfte Netflix die Erwartungen und warnte davor, dass das starke erste Halbjahr künftiges Wachstum möglicherweise vorweggenommen haben könnte.

Netflix-Aktie unter Druck: Nach dem coronabedingten Abo-Boom im ersten Halbjahr hat der Kundenandrang beim Online-Videodienst Netflix im dritten Quartal stark nachgelassen und dafür gesorgt, dass die selbstgesteckten Ziele verpasst wurden. Das Unternehmen hat im dritten Quartal weniger neue Kunden gewonnen als von Experten erwartet: In den Monaten Juli bis September kamen 2,2 Millionen zahlende Abonnenten hinzu, teilte die Gruppe nach, nachdem der US-Markt geschlossen hatte. Um fünf Prozent sank die Netflix-Aktie im nachbörslichen Handel, wie Boerse.ARD berichtet.

Hatten Serienhits wie "Tiger King" in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie in den Vorquartalen noch für einen großen Ansturm gesorgt, flaute das Nutzerwachstum nun kräftig ab. Neben dem Streaming umfasst der Wettbewerb auch andere Unterhaltungsformen wie Videospiele oder von Nutzern erstellte Inhalte auf YouTube und Tiktok. Zwar konnte Netflixnach eigenen Angaben mit Produktionen wie dem Action-Thriller "The Old Guard" mit Oscar-Preisträgerin Charlize Theron oder "Project Power" mit Jamiye Foxx punkten, insgesamt hielten sich die Blockbuster aber in Grenzen. Die Analysten erwartete einen Umsatz von 6,38 Milliarden US-Dollar und einen deutlich höheren Gewinn. Fürs vierte Quartal geht das Unternehmen von einem Umsatz von 6,57 Milliarden Dollar aus. Jetzt verlangsamte sich das Benutzerwachstum jedoch auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als 6,8 Millionen neue Kunden hinzukamen.

1 Der Kundenandrang bei Netflix hat im Vergleich zum ersten Halbjahr stark nachgelassen
1 Der Kundenandrang bei Netflix hat im Vergleich zum ersten Halbjahr stark nachgelassen

Befürchtungen, die Pandemie könne das Angebot des Streaming-Giganten dauerhaft beeinträchtigen, trat Co-Vorstandschef Ted Sarandos jedoch entgegen. Die Produktionspipeline für 2021 sei annähernd intakt, versicherte er.

Dass Netflix sich zuletzt schwertat, dürfte auch am verschärften Konkurrenzkampf gelegen haben. Das Management ist sich des Wettbewerbsdrucks bewusst. "Wir sind begeistert, gegen Disney und eine wachsende Anzahl weiterer Akteure anzutreten", hieß es im Brief an die Aktionäre zwar selbstbewusst.

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