Boeing fliegt wegen Corona in rote Zahlen

Der Quartalsverlust beim Flugzeugbauer ist enorm

Anfang 2020 hatte Boeing noch ungefähr 160 000 Beschäftigte.

Die Passagierzahlen im Flugverkehr dürften nach Einschätzung der Boeing-Führung erst in drei Jahren wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie sein.

Angesichts der rapide steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus unterzieht der Flugzeugbauer Boeing seine Produktionspläne einer erneuten Prüfung und will weitere 7.000 Jobs bis Ende kommenden Jahres abbauen.

Boeing leidet immer noch am Ausfall seines Problemmodells 737 MAX, das nach zwei tödlichen Abstürzen seit 19 Monaten nicht mehr fliegen darf und um seine Wiederzulassung kämpft. Der operative Verlust lag von Juli bis September bei 754 Millionen Dollar, wie der Konzern mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch einen einem Gewinn von fast 1,2 Milliarden Dollar eingeflogen. Allein im zurückliegenden Quartal hat Boeing 4,8 Milliarden Dollar Cash verbraucht, Folgen der coronabedingten Absatzeinbrüche und des Flugstopps für die 737 MAX. Das Management hatte in den Vorquartalen bereits drastische Stellenstreichungen angekündigt. Zunächst war die Rede von 10 Prozent der Belegschaft, vor drei Monaten hiess es dann, dass bis zum Jahresende rund 19'000 Mitarbeiter den Konzern verlassen würden.

Während miserable Zahlen an den Finanzmärkten bereits fest eingeplant sind, dürften Anleger mit Spannung verfolgen, ob Boeing weitere Sparmaßnahmen und Produktionskürzungen verkündet. Auch Europas Luftfahrtaufsicht EASA hat bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Die Corona-Pandemie, die weite Teile des Luftverkehrs lahmgelegt und viele Fluggesellschaften in Finanznot gebracht hat, dürfte Boeing hingegen noch deutlich länger belasten. Der Konzern rechnet mit einer Durststrecke, die die Nachfrage nach Flugzeugen dauerhaft dämpfen wird. Bis die Luftfahrtbranche zu ihrem langfristigen Wachstumstrend zurückkehre, dürften fünf oder sogar mehr Jahre vergehen. Wegen der tieferen Auslieferungen und des Flugverbots für den Jet 737 Max stand unter dem Strich ein Verlust von 466 Millionen US-Dollar.

Related:

Comments

Latest news

Teilnehmer beim Song Contest 2021 in Rotterdam
Der ESC wird nach Angaben der EBU auf jeden Fall stattfinden - auch wenn die Corona-Pandemie dann noch nicht zu Ende sein sollte. Dann wäre eine TV-Show mit der Zuschaltung aller Teilnehmer und ohne begleitende Aktivitäten in Rotterdam geplant, so die EBU.

Bericht: Bund will drastische Corona-Einschränkungen im November | BR24
Für Risikogruppen - Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte - solle es zügig und prioritär Corona-Schnelltests geben. Spahn äußerte sich zuversichtlich, dass es nach dem Bund-Länder-Treffen am Mittwochnachmittag eine klare Linie geben werde.

Rekord bei Corona-Fällen: RKI meldet fast 15.000 Neuinfektionen
In die Berechnung seines Sieben-Tage-Werts nimmt das RKI jeden Tag alle Fälle auf, die ihm bis Mitternacht vorliegen. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle auf 10.098 - 27 mehr als am Vortag.

SAP stutzt Jahresprognose und mittelfristige Ziele
Kunden monierten aber immer wieder, dass der Konzern es versäumt habe, die neuen Software-Angebote sauber zu integrieren. Aber es gibt fast einen genauso großen Teil, der sagt: Wir bremsen unsere Projekte jetzt ein bisschen ein, verzögern sie.

"Nehmt die Sache ernst": Rapper Bushido mit Corona infiziert
Damit verwies er wohl auf jene, die die Gefahren des Virus abstreiten und Verschwörungstheorien darüber verbreiten. Das hat der 42-Jährige in seiner Story auf seinem Instagram-Account gepostet.

Other news