SAP stutzt Jahresprognose und mittelfristige Ziele

Die Covid-19 Pandemie setzt Europas gr... bisher gedacht

Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat den Rückschlag genutzt und weitere Anteile erworben. Auch die mittelfristigen Ziele sind vom Tisch.

SAP-Chef Hasso Plattner will nun ein Zeichen setzen.

Die Koronakrise hat auch den Softwareanbieter SAP geprägt. Vorher wurde dieser auf 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro geschätzt. Plattner kaufte demnach zu Kursen von durchschnittlich um die 101 Euro. Durch den Kurssturz gingen 32 Milliarden Euro Marktwert flöten. Die SAP-Aktien drehten am Dienstag auf die Nachricht von Plattners Aktienkauf hin ins Plus. Die Nachricht sorgte an der Börse für Ausverkaufsstimmung. Am Montag stürzte die Aktie des wertvollsten deutschen Konzerns um rund 21 Prozent auf rund 99 Euro ab.

So rechnet das Management um Vorstandschef Christian Klein nun mit weniger Umsatz und Betriebsergebnis als bisher. Das Betriebsergebnis soll zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Euro liegen - hier wurde der obere Punkt der Spanne um 0,2 Milliarden Euro gekürzt.

Die neue Strategie sowie die Corona-Krise veranlassten SAP, seinen Ausblick auf das Jahr 2020 zu aktualisieren.

Sein Fazit basiert offenbar auf dem Anstieg der Clouderlöse im dritten Quartal um 11 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro.

Bei den Cloud- und Softwareerlösen peilt der Walldorfer Konzern dieses Jahr nun 23,1 bis 23,6 statt 23,4 bis 24,0 Milliarden Euro an, für die Clouderlöse alleine 8,0 bis 8,2 (8,3 bis 8,7) Milliarden Euro.

Dass SAP fürs dritte Quartal immerhin einen deutlichen Nettogewinnanstieg von 31 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro ausweisen konnte, lag vor allem an Bewertungseffekten bei der Beteiligungstochter Sapphire Ventures, die vorwiegend Geld in Start-ups investiert. Im Vorjahreszeitraum hatte der Free Cash Flow noch bei 370 Millionen Euro gelegen.

Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie kündigte SAP an, den Umstieg in die Cloud zu beschleunigen. Aber es gibt fast einen genauso großen Teil, der sagt: Wir bremsen unsere Projekte jetzt ein bisschen ein, verzögern sie.

SAP hatte nach einer großen Akquisitionswelle in der Vergangenheit zuletzt mehrfach steigende Margen in Aussicht gestellt. Ab 2023 soll der Umsatz schneller wachsen und das operative Ergebnis prozentual zweistellig zulegen.

Deutschlands vom Börsenwert her wichtigster Konzern senkte nicht nur zum wiederholten Mal seine Finanzziele für 2020 und kassierte ein noch im Vorjahr groß ausgerufenes Profitabilitätsversprechen. Zudem sorge der schnellere Umstieg von Kunden auf die Cloudversionen von SAP-Software für vier bis fünf Prozentpunkte weniger Marge. Viele Investoren reagierten vergrätzt auf die unerwartete Kehrtwende. "Ich opfere nicht den Erfolg unserer Kunden, um unsere Marge kurzfristig zu optimieren", sagte der CEO der Dax Group ntv. Die Kunden fragten verstärkt nach Cloud-Lösungen. Vorstandssprecher Christian Klein will die Krise nutzen, um SAP stärker auf das Cloud-Geschäft - der Miete von Softwarediensten via Internet - auszurichten.

SAP hatte in den vergangenen Jahren Milliarden in Zukäufe gesteckt und sein Cloud-Angebot massiv ausgebaut. Kunden monierten aber immer wieder, dass der Konzern es versäumt habe, die neuen Software-Angebote sauber zu integrieren.

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