Studie in Leipzig zeigt Möglichkeiten zu Konzerten unter Corona-Bedingungen

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Sport- und Kulturveranstaltungen in großen Hallen können auch während der Corona-Pandemie stattfinden - allerdings nur unter bestimmten strikten Voraussetzungen, die sich an der jeweiligen Gefährdungslage orientieren. Dazu gehören adäquate Belüftungssysteme mit Frischluftzufuhr, strenge Hygiene- und Abstandsregeln, weniger Zuschauer als sonst üblich, permanente Maskenpflicht und Kontrollen. Forscher der Universitätsmedizin in Halle (Saale) haben deshalb im August mit "Restart 19" ein ungewöhnliches Experiment durchgeführt.

Die Corona-Pandemie hat der Unterhaltungsbranche in Deutschland übel mitgespielt. Diese müsse einen regelmäßigen Austausch mit frischer Luft ermöglichen.

Aus den Ergebnissen entwickelte das Team um Studienleiter Stefan Moritz (46) Empfehlungen: "Ein gutes Lüftungssystem spielt dabei eine Schlüsselrolle, darin sollte investiert werden".

Demnach muss für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen die Anzahl der Besucher an das aktuelle Infektionsgeschehen angepasst werden. Dafür sei die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangen sieben Tagen wichtig. "Das ist das A und O".

Unabdingbar für Veranstaltungen sind außerdem strenge Hygienekonzepte mit Abstandsregeln und einer Maskenpflicht während der kompletten Veranstaltung.

Daneben wurde in einer Computersimulation untersucht, wie sich verschiedene Lüftungskonzepte in den Szenarien auf die Verteilung von Aerosolen in der Luft auswirken und welche Folgen daraus resultierende Ansteckungen auf die Region Leipzig hätten. Dabei wurden von den rund 1400 freiwilligen Teilnehmern riesige Datenmengen erhoben. Das ist das Fazit der großen Simulationsstudie "Restart 19" der Universitätsmedizin Halle. Michael Geckle, Dekan der Universitätsmedizin Halle: "Ein hygienisch gut kontrolliertes Konzert oder Handballspiel ist sicherer als eine Großhochzeit".

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