Terrorverdacht: Mindestens 2 Tote bei Messerattacke in Nizza

Polizeiaufgebot vor der Basilika in Nizza

Der Bürgermeister von Nizza forderte im Radio eine Verstärkung der Polizeipräsenz an allen Kirchen Frankreichs.

Auch laut Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ein war die Attacke ein "islamistischer Terroranschlag". Eine Reihe muslimischer Länder - allen voran die Türkei - kritisierte daraufhin die französische Regierung heftig. Nach ersten Medienangaben handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 21 Jahre alten Mann tunesischer Herkunft, der im September über Lampedusa nach Frankreich eingereist sein soll.

Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Das dritte Opfer schleppte sich laut "Nice Matin" noch aus der Kirche in ein Café, verstarb dort. Nur wenig später erschossen Polizisten in Montfavet nahe Avignon einen ebenfalls mutmaßlichen Islamisten, der Passanten mit einer Pistole bedroht haben soll.

Außerdem hat ein Mann am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien einen Sicherheitsbeamten angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag.

Der Französische Islamrat (CFCM) verurteilte die Bluttat scharf und rief die Muslime in Frankreich auf, alle Feiern zum Geburtstag des Propheten Mohammed abzusagen. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Laut Medienberichten hat es bei einem Angriff in der französischen Küstenstadt Nizza, mindestens drei Tote und mehrere Verletzte gegeben.

Christian Estrosi, der Bürgermeister von Nizza, hatte schon direkt nach dem Angriff von einem Terroranschlag und einer "islamo-faschistischen Tat" gesprochen. Er wurde nach der Tat ins Krankenhaus gebracht und schwebt nicht in Lebensgefahr. Der einheimische Angreifer sei festgenommen worden, wie die französische Botschaft in dem Land am Donnerstag in einer Erklärung bekannt gab. Nach Angaben von Bürgermeister Christian Estrosi soll er immer wieder "Allahu Akbar" gerufen haben - selbst nach seiner Festnahme. Die Geste des Mannes habe keinen Zweifel gelassen. Dabei habe er "Allahu akbar" geschrien.

Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft übernahm in dem Fall die Ermittlungen. Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin kündigte eine Krisensitzung an. Paty hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt, um das Recht auf Meinungsfreiheit zu dokumentieren. Ganz Europa sei solidarisch mit dem Land, schrieb etwa EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter. "Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden der Opfer", so Kurz. "Es ist ein Moment des Schmerzes in einer Zeit der Verwirrung. Terrorismus und Gewalt können niemals akzeptiert werden", schrieb Vatikansprecher Matteo Bruni. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte, er sei entsetzt: "Gläubige, zum Gebet in einer Kirche versammelt, wurden zum Opfer einer unfassbaren Gewalttat".

Mehrere Islamverbände verurteilten den Messerangriff.

Die Spitzen der EU-Institutionen sicherten Frankreich ihre Solidarität zu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich "tief erschüttert über die grausamen Morde in einer Kirche" in Nizza gezeigt.

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