EZB hält erst einmal Kurs - Keine neuen Hilfsmaßnahmen

EZB-Chefin Christine Lagarde auf einem Kongress in Paris

In ihrer Dezember-Sitzung (10.12.) wollen die Währungshüter anhand neuer Prognosen zu Konjunktur und Inflation eine "gründliche Neubeurteilung" vornehmen. Auf Grundlage der aktualisierten Einschätzung werde die EZB ihre "Instrumente der Lage entsprechend neu kalibrieren, um (.) sicherzustellen, dass die Finanzierungsbedingungen günstig bleiben, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen und den negativen Auswirkungen der Pandemie (.) entgegenzuwirken", teilte die Notenbank mit.

Ihren Leitzins beließ die Notenbank auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Im Zuge des massiven Konjunktureinbruchs im Frühjahr hatte die Notenbank umfangreiche Stützungsmaßnahmen auf den Weg gebracht.

Das seit Ende Juni insgesamt 1,35 Billionen Euro schwere, sogenannte Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen soll nach dem Beschluss vom Donnerstag vorerst wie geplant bis mindestens Ende Juni 2021 weiterlaufen.

Die Verschärfung der Krise mache ein überarbeitetes Hilfspaket nötig, so die Notenbank. Welche zusätzlichen Hilfen dieses beinhalten könnte, ließ sie allerdings offen.

Die meisten Volkswirte erwarten inzwischen, dass die Notenbank bis zum Jahresende das Kaufvolumen noch einmal erhöht und die Käufe bis Ende 2021 verlängert. Manche Experten rechnen mit einer Aufstockung um 500 Milliarden Euro. Bei kurzfristigen Kapitalspritzen und sogenannten Übernachtkrediten werden wie bisher 0,25 Prozent Zinsen fällig. Die EZB hat allerdings im Herbst 2019 Erleichterungen für die Geldhäuser beschlossen.

Christine Lagarde steht seit einem Jahr an der Spitze der EZB. Geschäftsbanken müssen seit Mitte Juni 2014 Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Freibeträge für bestimmte Summen sollen die Banken hierbei entlasten. Dies treffe vor allem die Dienstleister, die besonders unter der Virus-Pandemie leiden. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, schränken die Regierungen das öffentliche Leben erneut ein. Daher geht die Sorge um, dass die eingesetzte konjunkturelle Erholung nach dem Absturz im zweiten Quartal nun wieder ausgebremst wird.

Die jüngsten Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass das Rezessionsrisiko für den Euroraum wieder gestiegen ist. Damit sackte das Barometer wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die EZB hält sich daher in der Corona-Krise weiterhin neuen Notfallmaßnahmen offen.

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