Konjunktur erholt sich im Rekordtempo: Deutsche Wirtschaft wächst wieder

Hafen Hamburg

Der wegen der steigenden Corona-Neuinfektionen für November angekündigte Teillockdown dürfte die Erholung der Wirtschaft allerdings im laufenden Quartal erneut bremsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Zeitraum Juli bis September gegenüber dem Vorquartal kräftig um 8,2 Prozent. Die Konjunktur komme in diesem Jahr mit einem blauen Auge davon. Trotz des neuerlichen Teil-Lockdowns im November bleibt die bisherige Prognose damit unverändert. Es wäre damit eine der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit, etwa im gleichen Ausmaß wie 2009 in der globalen Finanzkrise.

Anfang September hatte das Wirtschaftsministerium noch ein Minus von 5,8 Prozent für das Gesamtjahr vorhergesagt. Auch die Industriekonjunktur und die Exportnachfrage erholten sich und nahmen gegenüber dem zweiten Quartal zu.

Zuvor befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Plus von 15,4 Prozent gerechnet, nachdem die Wirtschaftsleistung der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion im Frühjahr um 13,7 Prozent gesunken war. Dies war der tiefste Halbjahres-Einbruch der Nachkriegsgeschichte. In der Europäischen Union (EU) betrug das Wirtschaftswachstum im Sommer laut Eurostat 12,1 Prozent.

Trotz des Wachstums wiegt die Krise schwer, wie der Vorjahresvergleich zeigt: Gegenüber Sommer 2019 lag die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum 4,3 Prozent niedriger, in der EU waren es 3,9 Prozent weniger.

Damit ist die Regierung optimistischer als die Wirtschaftsforschungsinstitute.

Ihre nächsten vierteljährlichen Prognosen wollen Wifo und IHS am 18. Dezember vorlegen. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, erwartet deutliche wirtschaftliche Einbußen für die deutsche Volkswirtschaft.

Altmaier nährte dagegen die Hoffnung, dass sich auch der Konsum weiter erholen werde: Denn im dritten Quartal hatten auch die Einzelhandelsumsätze stark aufgeholt.

Mit der Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen wuchs die Konsumnachfrage der Privathaushalte, und die Wertschöpfung der Dienstleistungsbereiche stieg an, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag zu seiner Schnellschätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal.

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