Neuer Rekord in Deutschland: 23.542 Neuinfektionen in 24 Stunden

Ein medizinischer Mitarbeiter macht einen Corona-Test

Vor einer Woche hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 23.399 gelegen - damit ist sie um 938 gesunken. Auch wenn es Licht am Horizont gibt, könnte die Lage in den Intensivstationen bald sehr schwierig werden.

Das Infektionsgeschehen nehme immer noch in ganz Deutschland zu, Kliniken meldeten zunehmend Engpässe, hieß es am Donnerstag vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden.

Die gemeldete Zahl der Neuinfektionen war am Samstag auch im Vergleich zum Freitag gesunken und zwar um 1081 Fälle. "Höher dürfen die Zahlen nicht steigen", betonte er.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht sich Sorgen wegen der Auslastung der Kliniken und befürchtet, dass sich die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen verdoppeln werde.

Trotz neuer Höchstwerte gebe es kein exponentielles Wachstum bei den Infektionen mehr, sagte auch Gernot Marx, Intensivmediziner am Uniklinikum Aachen, am Freitag im Radiosender WDR5. Die Kurve flache ab. Der Effekt könne auch dadurch mitverursacht sein, dass die Laborkapazitäten langsam ausgeschöpft seien, hatte Uta Rexroth, die Leiterin des RKI-Lagezentrums, am Donnerstag gesagt. Vor zwei Wochen hatte die Runde einen Teil-Lockdown beschlossen, der seit dem 2. November gilt. Allerdings hatten Daten des Corona-Monitors des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bereits gezeigt, dass sich die dafür Befragten schon zuvor wieder vorsichtiger verhielten.

Berlin - Vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den 16 Ministerpräsidenten zeichnet sich weiterhin keine Entspannung der Lage ab. "Dieses Virus hat sehr lange Bremsspuren". Selbst wenn die Infektionszahlen sänken, bedeute das nicht, dass ab Dezember oder Januar Weihnachts- oder Hochzeitsfeiern stattfinden könnten, "als wäre nichts gewesen". Es sei eine "wesentlich umfangreichere und bedrohlichere Situation als im Frühjahr".

Das Ziel für die kommenden Monate sei es nun, die Infektionen auf ein Level zu drücken, sodass Gesundheitsämter und Krankenhäuser damit "umgehen können", fasst Wieler zusammen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 727 553 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12. November, 00.00 Uhr). Auch die Zahl der schweren Verläufe und der Intensivpatienten werde weiter steigen, ebenso die Zahl der Todesfälle. Das RKI schätzt, dass rund 481 700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind. Die Bundesweite 7-Tage-Inzidenz liege derzeit bei 139 je 100.000 Einwohner. Doch auch ihr Anstieg ist deutlich abgeflacht. Die Dunkelziffer kann in Hotspots nach RKI-Schätzungen allerdings vier- bis fünfmal so hoch liegen.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,99 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 93 weitere Menschen anstecken.

Um das Infektionsrisiko bei weihnachtlichen Familienfeiern zu reduzieren, wird an Nordrhein-Westfalens Schulen der Beginn der Weihnachtsferien um zwei Tage vorverlegt. Für Nürnberg registriert das RKI 158 Neu-Infektionen, für den Rosenheimer Landkreis 108 und einen neuen Todesfall, für Augsburg 296 neue Fälle (+1 Todesfall).

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