Disney macht Corona-bedingt weiter Verlust

Disneyland Hongkong

Generell zeigt sich Disney durch Corona arg gebeutelt, da ein Gutteil der Einnahmen des Unternehmens aus dem Kino- und dem Parks-Geschäft kommen, die durch Schließungen während der Pandemie massiv beeinträchtigt waren: Das Gesamtunternehmen nahm in den vergangenen zwölf Monaten 14,7 Millionen Dollar ein - im Fiskal-Jahr davor waren es noch 19 Millionen. Der Verlust im zurückliegenden Quartal fällt aber nicht so hoch aus wie im vorjährigen Vergleichszeitraum, als Disney noch ein Minus von 4,7 Milliarden US-Dollar erreichte.

Der Streaming-Boom zahlt sich für Disney bisher jedoch nicht aus.

Als großen Erfolg strich Vorstandschef Bob Chapek erneut das Streaming-Geschäft rund um den Online-Videodienst Disney+ heraus, der zum Quartalsende bereits fast 74 Millionen Nutzer hatte und die Erwartungen damit übertraf.

Chapek bezeichnete das Streaming-Geschäft als den "Lichtblick" der Bilanz und als "Schlüssel zur Zukunft unseres Unternehmens".

Letztendlich steht dem aber gegenüber, dass Disney+ noch bis 2024 als Verlustgeschäft geplant ist, während der Dienst in den Ausbau seiner Position auf dem Weltmarkt investiert. Die Sparte ist alles andere als profitabel, der Quartalsverlust belief sich auf 580 Mio. Nur die klassische Kabelsparte und die Filmstudios erzielten Gewinne, aber das reichte nicht aus, um die Konzernbilanz in einen positiven Bereich zu bringen. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 14,7 Milliarden US-Dollar. Besonders das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten - in normalen Zeiten ein wichtiger Gewinnbringer - kriselt heftig. Der Umsatz ging um 61 Prozent auf 2,6 Milliarden US-Dollar zurück und es gab einen Betriebsverlust von 1,1 Milliarden US-Dollar. Das Sorgenkind ist Disneyland Kalifornien, das seit Monaten pandemiebedingt geschlossen ist, woran sich der Konzernführung zufolge sobald auch nichts ändern wird. Aufgrund des neuen Lockdown in Frankreich wurde zudem auch Disneyland Paris wieder dichtgemacht. Im Übrigen lagen die Unternehmenszahlen deutlich über den Prognosen der Analysten, so dass die Aktie nach Handelszeiten zunächst stark anstieg.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 erlitt Disney eigenen Angaben zufolge einen Nettoverlust von 2,8 Mrd. Die Meldung des Konzerns von 73 Millionen bezahlten Disney+ -Abonnenten ließ spontan die Disney-Aktien um sechs Prozent steigen. Laut dem Finanzdatenanbieter Factset hat der Konzern seit mindestens 1980 keinen Jahresverlust hinnehmen müssen.

Ein Jahr nach dem Start von Disney+ hat der Disney-Konzern seinen Geschäftsabschluss für das dritte Quartal 2020 (endete am 30. September 2020) vorgelegt, gleichzeitig auch den Abschluss seines Fiskal-Jahres.

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