US-Immunologe Fauci zu Corona-Impfstoff von Moderna: "Besser wird es nicht"

Der renommierte US-Immunologe und Corona Experte Anthony Fauci

In den USA wolle man dafür eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) beantragen. Er benötigt keine ultrakalte Lagerung und kann damit einfacher ausgeliefert werden.

Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30 000 Probanden, darunter auch viele ältere Menschen und weitere Zugehörige von Risikogruppen.

Der Impfstoff ist vergleichsweise lange bei normaler Kühlschranktemperatur lagerbar. BioNTech arbeitet bereits daran, die Haltbarkeit seines Impfstoffes zu niedrigeren Temperaturen zu verlängern.

Beide Impfstoffe basieren auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA), die die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Die Hälfte davon bekommt den Impfstoff, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo. "Die positive Zwischenanalyse unserer Phase-3-Studie hat uns nun die erste klinische Validierung dafür gegeben, dass unser Impfstoff die Covid-19-Erkrankung, einschließlich schwerer Verläufe, verhindern kann", erklärte er. Davon entfielen nur 5 Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von rund 94,5 Prozent. "Ernstzunehmende Nebenwirkungen traten bisher weder in der Pfizer- noch in der Moderna-Studie auf". Daten, zu welchem Grad der Impfstoff Ansteckungen verhindert, also auch Infektionen ohne Krankheitssymptome, fehlen noch. Vor zwei Jahren schloss das Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit Pfizer, die im März dieses Jahres angesichts der Corona-Pandemie auf die Suche nach einem Impfstoff ausgeweitet wurde. Ein signifikanter Anteil der Freiwilligen hatte jedoch nach Einnahme der zweiten Dosis stärkere Schmerzen. Immunologe Fauci ist begeistert. "Besser wird es nicht - 94,5 Prozent sind wirklich hervorragend", sagte Fauci.

Experte Faucis Einschätzung zufolge könnten die ersten Impfungen in den USA im Dezember bei Hochrisikogruppen beginnen, der breite Rest der Bevölkerung könnte eher ab Ende April dran sein. "Das wird ein paar Monate dauern". Die EU-Kommission verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit dem Unternehmen über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Die EU wolle mindestens 80 Millionen Impfstoffdosen haben, sagte ein Moderna-Manager nach Angaben des Handelsblatt. Im kommenden Jahr sollen bis zu eine Milliarde Dosen hergestellt werden.

In Europa steht der Abschluss eines verbindlichen Liefervertrages immer noch aus, wie ein Kommissionssprecher am Montag auf Anfrage mitteilte. Es handelt sich um den fünften Rahmenvertrag mit Pharmafirmen, die einen aussichtsreichen Impfstoff gegen das Coronavirus in der Entwicklung haben.

Mit der Nachricht über einen möglicherweise weiteren effektiven Impfstoff zog der europäische Reisesektor um 3 Prozent an und verpasste einen Höchststand seit Anfang März nur knapp. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen. Nach der Zulassung würden die angekauften Mengen nach Bevölkerungsstärke an die EU-Staaten verteilt. Eine Zulassung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus hat bisher noch keiner der Hersteller.

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