"Bin einfach kämpferisch": Nicolas Sarkozy vor Gericht

Nicolas Sarkozy wird der Bestechung beschuldigt

Nicolas Sarkozy, der zwischen 2007 und 2012 das höchste Staatsamt Frankreichs bekleidete, muss sich im Zusammenhang mit der illegalen Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfes von 2007 nun dafür verantworten, dass er einen hohen Richter bestochen haben soll.

Die Anklage legt dem 65-Jährigen Nicolas Sarkozy (Artikelbild) Bestechung und illegale Einflussnahme auf die Justiz zur Last.

Als ruheloser "Hyperpräsident" wurde Sarkozy von 2007 bis 2012 bekannt. Damit wollte er laut Anklage Informationen zu einem gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahren erlangen. Sarkozy bestreitet die Vorwürfe. Angeklagt sind auch Sarkozys langjähriger Anwalt Thierry Herzog (65) und Gilbert Azibert, früherer Generalanwalt beim Kassationsgericht, dem höchsten Gericht des Landes.

Diese Nachricht wurde am 23.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Sarkozy ist trotz seiner Justiz-Probleme kein geächteter Mann in seinem Heimatland.

Zudem fiel die Strafe für Chirac vergleichsweise milde aus: 2011 wurde er zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, weil er in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister in den 1990er Jahren ein System von Scheinarbeitsstellen aufgebaut hatte.

Ob der Prozess wie geplant bis zum 10. Dezember stattfinden kann, ist allerdings nicht nur wegen der Corona-Pandemie offen. Chirac brauchte damals aber wegen gesundheitlicher Probleme nicht vor Gericht zu erscheinen. Sein Nachfolger wird hingegen kommen: "Ich bin einfach kämpferisch", sagte der affärengeplagte Sarkozy unlängst dem Nachrichtensender BFMTV.

In dem Prozess geht es für Sarkozy um eine komplizierte Affäre, die sich nach dem Abschied von der Macht ereignet haben soll. Denn einen derartig schweren Vorwurf gegen einen früheren Staatspräsidenten hat es in der vom legendären Charles de Gaulle 1958 gegründeten "Fünften Republik" noch nicht gegeben. "Ich werde alle Fragen beantworten".

Zu Beginn des Prozesses dürfte über einen möglichen Aufschub beraten werden, berichteten französische Medien. Vom Gericht wird bestätigt, es gebe einen Antrag von Aziberts Anwalt. Im Gegenzug versprach der seinerzeit amtierende Präsident Sarkozy, sich beim Prinzen von Monaco dafür einzusetzen, dass Azibert auf einen von ihm angestrebten prestigereichen Posten im Zwergstaat berufen wird.

Die Vorwürfe gegen Sarkozy beruhen auf der Verwendung abgehörter Telefongespräche des Politikers mit Anwalt Herzog. Um die Rechtmäßigkeit dieser Abhöraktion hatte es einen heftigen Streit gegeben. Und dann gibt es noch die Sache mit angeblichem Libyen-Geld für den Wahlkampf 2007. Seine Memoiren "Le Temps des Tempêtes" ("Die Zeit der Stürme") wurden im Sommer zu einem Bestseller. Der Sohn eines ungarischen Aristokraten signierte gut gelaunt und braun gebrannt Exemplare in Buchhandlungen. Mitte des Monats war er in Paris bei der offiziellen Feier zur Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges zu sehen - an der Seite von Nachfolger François Hollande und Amtsinhaber Emmanuel Macron.

Im krisengeschüttelten Lager der bürgerlichen Rechten gibt es Hoffnung auf ein Comeback: "Viele von uns wünschen uns eine Rückkehr von Nicolas Sarkozy", sagte der einflussreiche konservative Abgeordnete Éric Ciotti laut Tageszeitung "Le Monde". Die Partei Les Républicains sucht nach einem Zugpferd für die Präsidentschaftswahl in eineinhalb Jahren.

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