ARD-Film "Gott": 70 Prozent für Tod der Hauptfigur

Es geht um Sterbefilfe. Gott mit Christiane Paul, Ina Weisse Anna Maria Mühe Matthias Habich Ulrich Matthes Barbara Auer Lars Eidinger und Götz Schubert

Der Fall: Richard Gärtner will sterben. "Bis auf ein paar Alterszipperlein bin ich eigentlich ziemlich gesund", erzählt er. Sie hielten es für richtig, einem gesunden Menschen ein tödliches Medikament zu geben.

So wie Richard Gärtner geht es in Deutschland nicht wenigen Menschen. An der Abstimmung zum Film "GOTT von Ferdinand von Schirach" beteiligten sich 546.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Ist es mit der Berufsethik zu vereinbaren, wenn Ärzte beim Sterben helfen?

Nacheinander befragt Ethikrat-Mitglied Dr. Keller (Ina Weisse) die Sachverständigen und lässt so verschiedene Blickwinkel auf ein komplexes Themenfeld zu. Am Ende richtet sich die Ethikrat-Vorsitzende (Barbara Auer) direkt an das Publikum: Soll Richard Gärtner das tödliche Präparat bekommen, um sich selbstbestimmt das Leben zu nehmen?

© ARD Degeto/Moovie GmbH/Julia Terjung Augenärztin Dr. SRF 1 zeigt gemeinsam mit ARD den mit Barbara Auer, Lars Eidinger, Matthias Habich, Ulrich Matthes, Christiane Paul und Ina Weisse hochkarätig besetzten deutschen Fernsehfilm "Gott", den der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Lars Kraume nach dem gleichnamigen Theaterstück und Buch von Ferdinand von Schirach inszeniert hat.

Lars Eidinger spielte seinen Anwalt.

Die Frage ist hochaktuell, schließlich hat das Bundesverfassungsgericht zu Jahresbeginn entschieden, dass ein jeder die uneingeschränkte Freiheit hat, seinem Leben ein Ende zu setzen, was zwangsläufig dazu führt, sich mit dem eigenen Tod und dem Verständnis von Lebensqualität auseinanderzusetzen.

Es ist auch etwas dran an der Skepsis gegenüber Schirachs kalkuliert effektvollen, schwierige moralische Fragen in knapper Dialogform aufbereitenden Texten.

Der Aufbau ist bekannt. Fast 90 Prozent der abstimmenden TV-Zuschauer entschieden, dass der Bundeswehrsoldat, der eine Passagiermaschine mit 164 Menschen in Gewalt von Terroristen abschoss, um 70.000 Leute in einem Fußballstadion zu retten, unschuldig ist. Im ARD-Film "Terror - Ihr Urteil" ging es um die Moralfrage, ob man ein Passagierflugzeug abschießen darf, um andere zu retten. Doch Richard Gärtner sitzt eben nicht auf der Anklagebank, sodass der Film daher nach eineinhalb Stunden weder einen Gewinner noch einen Verlierer gibt. Im Anschluss wurde das Thema in der Talkrunde "hart aber fair" diskutiert, wo auch das Ergebnis verkündet wurde.

Dabei kommt schon der von Oliver Berben produzierte Film stellenweise wie eine Gesprächssendung daher, setzt er doch auf nur einen Schauplatz und wenig schmückendes Beiwerk. Am besten gelingt das zweifelsohne bei dem minutenlangen Streitgespräch zwischen Bischof und Anwalt, der historisch, philosophisch und damit ausgesprochen geistreich daherkommt.

Auch diesmal soll die Meinung des TV-Publikums eingeholt werden. Wer kurz abschaltet, läuft Gefahr, Entscheidendes zu verpassen, denn der Film lebt von großen Worten und spannenden Gedanken - und nur wer sich darauf ernsthaft einlässt, ist am Ende des Abends schlauer, ja vielleicht sogar gefestigter. 3,88 Millionen schalteten am Montagabend das Erste ein, wollten "Gott" sehen.

Nun kommt eine neue Geschichte von Ferdinand von Schirach ins Fernsehen.

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