Corona-Gipfel mit Merkel: Alle Verschärfungen im Überblick

Angela Merkel

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 389 auf 15.160. Auf diesen Kurs haben sich Bund und Länder geeinigt. Falls es vor Weihnachten noch Impfstoffe gebe, würden sie denjenigen angeboten, die im medizinischen und pflegerischen Bereich arbeiteten. Am Mittwoch dann haben Bund und Länder den aktuellen Corona-Lockdown*in ganz Deutschland erweitert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ging das für Silvester aber zu weit, er meldete am Mittwoch noch Gesprächsbedarf an.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat nach der Bund-Länder-Runde an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen appelliert. "Es kommt weiter auf jeden und jede einzelne an", sagte die Kanzlerin.

Teil-Lockdown: Die Schließung von Kneipen, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen soll bis mindestes 20. Dezember gelten. Für die Zeit vom 23. Dezember bis zum 1. Januar wollen Bund und Länder die Kontaktbeschränkung vorübergehend ein wenig lockern: Dann darf ein Haushalt mit Personen aus mehreren anderen Haushalten zusammenkommen, wobei die Größe der gesamten Gruppe maximal zehn Personen betragen darf.

Maximal dürfen sich nun noch fünf Leute aus zwei Haushalten treffen, wie der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sagt. Kinder bis 14 Jahre sind davon ausgenommen.

Die Bürger in Deutschland müssen sich in der Corona-Krise auf strengere Kontaktbeschränkungen einstellen - dafür sollen sie Weihnachten im engeren Familien- und Freundeskreis feiern dürfen. Größere Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen seien vor allem dann Treiber von Infektionen, wenn Alkohol im Spiel ist. An Schulen soll es Sonderregelungen in Corona-Hotspots geben, durch die unter Umständen auch Schulen geschlossen werden können. Berlin weist bei der 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 218,4. In kleineren Geschäften soll demnach nur noch ein Kunde pro 10 Quadratmeter kommen.

Die Einschränkungen des Teil-Lockdowns sollen bis Anfang Januar verlängert werden. Diese Regelung gilt jedoch erst ab Klassenstufe 8.

Feuerwerk an Silvester wird auf belebten Plätzen und Straßen untersagt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat Teile der beschlossenen Corona-Regeln als zu hart kritisiert. "Wir hätten uns in den Städten Klarheit für einen etwas längeren Zeitraum gewünscht", sagte der Leipziger Oberbürgermeister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Grundsätzlich werde empfohlen, zum Jahreswechsel 2020/2021 auf Silvesterfeuerwerke zu verzichten.

Diese Nachricht wurde am 25.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke würden verboten.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) forderte eine stärkere Beteiligung der Bundesländer an den Hilfskosten.

Nach stundenlangen Verhandlungen haben sich Bund und Ländern laut Bild-Zeitung im Schulstreit geeinigt: Ab einem Inzidenzwert von über 200 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen und 100.000 Einwohnern ist Wechselunterricht ab der achten Schulklassen möglich. Diese Regeln gelten auch in Niedersachsen. Er rechne damit, dass bis Weihnachten noch mindestens 6000 Menschen sterben.

Bund und Länder wollen schärfere Auflagen für den Einzelhandel. Welche Regeln es dafür geben wird, ist derzeit noch unklar. Die Pandemie "ist und bleibt die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg".

Hochschulen und Universitäten sollen grundsätzlich auf digitale Lehre umstellen.

An Infektionshotspots sollen für ältere Jahrgänge ab der achten Klasse weitergehende Maßnahmen wie Homeschooling nach Schulen spezifisch umgesetzt werden. Ab 1. Dezember sollen für jeden Pflegebedürftigen 30 Schnelltests pro Monat möglich sein.

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