Corona ein Problem: Aids-Experten: HIV-Infektionen müssen früher erkannt werden

Welt-Aids-Tag

Aber es hapert mit der Früherkennung, nicht nur in armen Ländern, auch in Deutschland. Deshalb könnte es bis Ende 2022 fast 300.000 zusätzliche HIV-Infektionen geben, und fast 150.000 Infizierte könnten zusätzlichen sterben, heißt es im UNAIDS-Bericht zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

Probleme beim Testen und bei der Therapie sind nicht nur an abgelegenen Orten und nicht nur wegen der Pandemie. Nach Schätzungen haben sich 2600 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert, 100 mehr als im Jahr zuvor.

Wie das Robert Koch Institut (RKI) am Donnerstag bekannt gab, hat sich auch die Zahl der geschätzten HIV-Infektionen in Deutschland leicht erhöht. 380 Infizierte starben, seit Beginn der Epidemie in den 80er Jahren waren es knapp 30.000. Die RKI-Angaben beruhen auf Modellrechnungen, da HIV oftmals erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird.

Es sollte mehr Evidenzangebote geben und der Eintritt in die Therapie sollte garantiert sein, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Etwa ein Drittel der Diagnosen wird nur gestellt, wenn die Immunschwäche fortgeschritten ist, und etwa 15 Prozent nur, wenn AIDS vollständig diagnostiziert ist. Die Zahl der Spätdiagnosen sei tragisch, sagte Sven Warminsky von der Deutschen FHV. Schätzungsweise zwölf Millionen Infizierte weltweit haben keinen Zugang zu Medikamenten.

Bei der Hauptbetroffenengruppe in Deutschland, homo- und bisexuellen Männern, stagnierte die Zahl der Neuinfektionen nach jahrelangem Rückgang. Geringe Erhöhungen wurden bei der heterosexuellen Übertragung und bei Drogenkonsumenten mit Spritzen beobachtet.

UNAIDS ruft Länder, in denen HIV-positive Menschen noch stigmatisiert und diskriminiert werden, auf, ihre Politik zu ändern. 96 Prozent der HIV-Infizierten erhalten eine antiretrovirale Therapie.

Für einen erfolgreichen Kampf gegen das Virus müssten alle Menschen respektiert werden, vor allem auch die, die besonders gefährdet seien: Mädchen und junge Frauen, Heranwachsende, Sexarbeiterinnen und -arbeiter, Transgender, Schwule und Menschen, die intravenös Drogen konsumieren. Mehr als die Hälfte der Infektionen wird zu einem späten Zeitpunkt diagnostiziert, wenn das Immunsystem bereits versagt hat, berichteten das Europäische Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Vier Fünftel der neu Diagnostizierten lebten im östlichen Teil der Region. Sie umfasst 900 Millionen Menschen in 53 Ländern, darunter neben den EU-Ländern etwa auch Russland, die Türkei und Usbekistan.

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