Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Impfstoff

Sowohl das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer als auch das US-Unternehmen Moderna reichten nach eigenen Angaben vom Dienstag unabhängig voneinander entsprechende Anträge bei der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ein. Weitere Anträge bei anderen Zulassungsbehörden seien in Kürze geplant. Die neuen Ergebnisse entsprechen etwa den vorläufigen Daten, die Moderna Mitte November veröffentlicht hatte.

Sierk Poetting, Finanzvorstand und operativer Geschäftsführer von Biontech, sicherte zu, dass der Impfstoff dann auch verfügbar sein sollte: "Nach der Zulassung können wir innerhalb weniger Stunden ausliefern", sagte er am Morgen auf einer Pressekonferenz des Ministeriums für Forschung und Bildung. Man sei gut auf diese Verteilung vorbereitet. Für beide Vakzine läuft bereits ein Rolling-Review-Verfahren bei der EMA, das den Zulassungsprozess beschleunigen soll. Gestern hatte auch der US-Konzern Moderna bei der EMA einen Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Die drei Hersteller sind zuversichtlich, dass die Aufsichtsbehörden dies- und jenseits des Atlantiks noch in diesem Jahr grünes Licht erteilten könnten. Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach politischen Druck auf die Behörde in Hinblick auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen und -Behandlungsmethoden ausgeübt und war dafür scharf kritisiert worden. Dann könne der Impfstoff schon vor Ende des Jahres in Europa ermöglicht werden, hieß es in der Mitteilung weiter. Jüngst hatten die Firmen bekanntgeben, dass ihr Impfstoff den Ausbruch einer Corona-Erkrankung in 95 Prozent der Fälle verhindere. Wie die Unternehmen mitteilten, haben sie eine bedingte Marktzulassung für ihren mRNA-Impfstoffkandidaten BNT162b2 gegen Covid-19 bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA eingereicht. Es werde nicht "ein Land alles erhalten", hatte das Unternehmen angekündigt.

Auch der Biontech-Chef Ugur Sahin schließt sich dem an: "Als Unternehmen mit Sitz im Herzen Europas ist der heutige Meilenstein für uns immens wichtig, da wir uns weiterhin darum bemühen, eine weltweite Verteilung nach der potenziellen Zulassung von BNT162b2 zu ermöglichen".

Die Vorbereitungen zu den ersten Corona-Impfungen sind in vollem Gang. Die Bundeskanzlerin ist optimistisch, dass nicht mehr lange auf die erste Zulassung eines Impfstoffs gewartet werden muss.

"Wir wollen weiterhin mit den Zulassungsbehörden weltweit zusammenarbeiten, um im Falle einer Zulassung die schnelle globale Verteilung unseres Impfstoffs zu ermöglichen". "Hiermit möchten wir zu den globalen Bemühungen bei der Bekämpfung des Virus beitragen, um wieder zu einem Normalzustand zurückzukehren".

Laut Forschungsministerin Anja Karliczek wird die EMA am 11. Dezember eine öffentliche Anhörung zum Zulassungsantrag von Biontech und Pfizer abhalten. Eine Sondersitzung zu dem Moderna-Wirkstoff soll spätestens am 12.

Der Impfschutz bei Erwachsenen über 65 Jahren - und damit in der besonders gefährdeten Altersgruppe - lag demnach bei 94 Prozent.

Der Impfstoff werde in Boxen geliefert und könne in diesen mit Trockeneis bis zu 30 Tage im jeweiligen Impfzentrum gekühlt werden oder bis zu fünf Tage in einem handelsüblichen Kühlschrank.

In Europa gelten für eine schnelle Zulassung strengere Regeln als in den USA.

Das US-Unternehmen produziert seinen Impfstoff für Europa in der Schweiz. Hingegen verlangt der US-Hersteller Moderna 25 bis 37 Dollar pro Dosis. In den USA beantragten Biontech und Pfizer bereits vor eineinhalb Woche eine Notfallzulassung.

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