VW: Hälfte der Diesel-Klagen endet im Vergleich

Im VW-Prozess waren auch auf der Käuferseite ein paar Trickser dabei- die die Fristen geschönt haben

Bei den noch offenen 30.000 Klagen seien in der Hälfte der Fälle ebenfalls schon Vergleichsangebote verschickt worden. Auch im Musterverfahren der Verbraucherschützer flossen hohe Summen.

Im Oktober 2015 begannen in den USA die Ermittlungen gegen VW wegen Manipulation der Abgaswerte bei Dieselmotoren.

Die Schadenersatz-Zahlungen des VW-Konzerns an rund 55.000 einzelne Dieselkläger sind zum Jahreswechsel in knapp der Hälfte aller Fälle abgewickelt.

In diesen Fällen sei die Auszahlung schon beendet oder laufe derzeit, hiess es weiter. Allerdings sind die bislang größtenteils ins Leere gelaufen und die Gerichte haben in rund einem Viertel der insgesamt etwa 5.000 Klagen im Sinne von Volkswagen entschieden.

Volkswagen hatte Einzelklägern individuell berechnete Einmalzahlungen in Aussicht gestellt. Der Deal: Wer das Geld annimmt, kann auch sein Auto behalten. Oder sie warten das Urteil in ihrem eigenen Verfahren ab. Dann könnte unter Umständen der Kaufpreis abzüglich eines Nutzungsbeitrags fließen. Die Kunden müssen den Wagen dann jedoch zurückgeben.

Beim "Dieselgate"-Motor EA 189 waren etliche Autobesitzer außerhalb des Musterverfahrens selbst vor Gericht gezogen".

Im Mustervergleich hatten Juristen von vzbv und VW nach einigem Hin und Her für die teilnehmenden Kunden je nach Fahrzeug zwischen 1.350 und 6.257 Euro vereinbart. Man habe dafür mehr als 750 Millionen Euro ausgezahlt.

Volkswagen hat mit mehr als 25.000 Diesel-Klägern einen Vergleich geschlossen.

Kritisch wird mittlerweile auch das Geschäftsgebaren mancher Rechtsdienstleister und Vermittler gesehen, die an Abgas-Verfahren mitverdienen. Dabei handele es sich um irreführende Werbung. In einem Schreiben per Mail an Kfz-Versicherungskunden würden diese aufgefordert, prüfen zu lassen, ob sie wegen Manipulationen Anspruch auf Entschädigung haben.

Dabei hatte der Bundesgerichtshof (BGH) erst wenige Tage zuvor den Erfolgschancen von weiteren Klagen im VW-Dieselskandal einen ordentlichen Dämpfer versetzt. Denn in diesem Falle war die dreijährige Verjährungsfrist bereits Ende 2018 abgelaufen.

Besonders strittig war bis zuletzt auch die Frage der Verjährung von Schadenersatz-Ansprüchen.

Related:

Comments

Latest news

Dortmunds Torjäger: Haaland vor Comeback beim BVB
Der Abstand zwischen dem BVB und den Top-Läufern München hat sich inzwischen auf acht Punkte vergrößert. In 14 Pflichtspielen in dieser Saison hat der Norweger bereits 17 Treffer erzielt.

Coronavirus: Erstmals mehr als 1.000 Todesfälle binnen 24 Stunden
Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen positiv getestet wurden. Bis Donnerstagfrüh wurden insgesamt 131.626 Impfungen an das RKI gemeldet. 271 der Patienten wurden beatmet.

"Habe es satt": Schlagersängerin Kerstin Ott rastet auf Instagram aus
Mit " Die immer lacht " wurde Kerstin Ott berühmt, aber aktuell ist die Schlagersängerin offenbar nicht zum Lachen zumute. Doch sie macht deutlich: " ICH HABE ES SATT! " - satt, dass sie oder ihre Familie angegriffen werden.

Todesfall in Schweiz: Kein Zusammenhang mit Corona-Impfung
Swissmedic werde die Sicherheit des Impfstoffs genau überwachen und Maßnahmen ergreifen, sollten Unsicherheitssignale auftreten. Ob zwischen der Impfung und dem Todesfall ein Zusammenhang besteht, sei aber noch nicht erwiesen.

Rekordwerte an den internationalen Börsen
Der Dax ist am Mittwoch gemächlich in den letzten Handelstag des turbulenten Börsenjahres 2020 gestartet. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone trat nahezu auf der Stelle.

Other news