Großbritannien lässt auch Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu

Eine Ampulle mit Corona-Impfstoff der von Astra Zeneca und der Universität Oxford entwickelt wurde

Es sei gezeigt worden, dass er wirksam, verträglich und einfach zu verabreichen sei. Bis zur Zulassung dauert es aber noch.

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen.

Den sogenannten Vektorviren-Impfstoff hat AstraZeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt. Nun kommt ein weiteres Vakzin hinzu. Jänner die ersten Impfungen stattfinden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. Es sei "brilliant, das Jahr 2020 mit einem solchen Moment der Hoffnung zu beenden", so Hancock.

Großbritannien ist mit seinen 66 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Beinahe 80.000 Menschen sind dort bereits nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen explodierte angesichts der Mutation des Virus in London und im Süden des Landes. Am Dienstag wurden 53.000 neue Fälle gemeldet.

Das Vakzin soll nach den ersten Studiendaten im Mittel einen 70-prozentigen Schutz vor Corona bieten.

Trotz der nach bisheriger Datenlage deutlich höheren Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs von 95 Prozent setzt die britische Regierung vor allem auf das Vakzin von AstraZeneca und hat davon bereits im voraus 100 Millionen Dosen bestellt.

Ende November veröffentlichte Studienergebnisse zum Impfstoff von AstraZeneca hatten sowohl für Ernüchterung gesorgt als auch Hoffnung geschürt. Der schwedisch-britische Konzern hatte daher zusätzliche Untersuchungen durchgeführt.

Anders als die Vakzine von Biontech/Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den mRNA-Impfstoffen.

Der von AstraZeneca eingesetzte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Dadurch wird wiederum das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen das Corona-Protein zu bilden.

Der Vorteil: Der zugelassene Impfstoff (zwei Impfungen innerhalb von vier Wochen) kann bei Kühlschrank-Temperaturen (2 bis 8 Grad) gelagert werden.

Deutschland hat sich im Rahmen einer EU-Bestellung vorerst rund 56,2 Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca gesichert. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hält eine zeitnahe Zulassung dessen für immer unwahrscheinlicher. "Wir sind von Anfang an von einer Zulassung im Februar 2021 ausgegangen", sagte dazu Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag.

Entsprechend habe man auch die nationale Impfstrategie ausgerichtet, so Anschober. In dieser Phase solle der Impfstoff wie angekündigt für die breite Bevölkerung in Österreich ausgerollt werden.

Völlig unklar! Der Grund: "Sie haben noch nicht einmal einen Antrag bei uns gestellt", sagte der stellvertretende Direktor der zuständigen europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Noel Wathion, der belgischen Zeitung "Het Nieuwsblad". So unterzeichnete Sinovac eine Vereinbarung über den Bau einer Impfstoff-Produktionsanlage mit einer geplanten Jahreskapazität von einer Milliarde Dosen - das wäre die größte Impfstofffabrik der Welt.

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