Laschet zu Sturm auf Kapitol: Trump hat sich verkalkuliert

Trump-Anhänger vor dem Kapitol in Washington

Am Mittwoch hatten Demonstranten das Kapitol in Washington D.C. gestürmt und die angesetzte Bestätigung des Wahlergebnisses unterbrechen. Am Donnerstag bemühte er sich, die Wogen zu glätten.

Auf einschlägigen Plattformen wie der Messaging-App Telegram, der bei Rechten zuletzt beliebten Twitter-Alternative Parler und der Seite einer von Reddit verbannten großen Pro-Trump-Gruppe war es schon vorher in Bezug auf die Demonstration um Waffen und mögliche Gewalt gegangen, berichtete die Washington Post am Dienstag. Trump hatte die Ausschreitungen am Mittwoch zunächst nicht verurteilt, sondern mit umstrittenen Twitter-Botschaften weitere Kritik auf sich gezogen. Unterdessen ist ein verletzter Polizist gestorben. Dabei gestand er so klar wie nie zuvor ein, dass seine Präsidentschaft zu Ende geht. Trump hatte ihn direkt dazu aufgerufen, sich gegen die Bestätigung von Bidens Sieg zu stellen - entgegen den Gesetzesvorgaben.

Trump hatte die Wahl mit deutlichem Abstand gegen seinen Herausforderer Biden verloren - will seine Niederlage aber nicht eingestehen. "An alle die gefragt haben: Ich werde die Amtseinführung am 20. Januar nicht besuchen", schrieb der Republikaner. Zugleich rief Trump das Land zur "Versöhnung" und "Heilung" auf. Der Kongress der Vereinigten Staaten sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt. Am Donnerstagabend erlag außerdem ein bei den Ausschreitungen verletzter Polizist seinen Verletzungen. Eine Frau starb, nachdem sie im Kapitol von einem Polizisten angeschossen wurde. Sie habe mit US-Generalstabschef Mark Milley beraten, wie verhindert werden könne, dass "ein instabiler Präsident militärische Kampfhandlungen einleitet oder auf die Abschusscodes zugreift und einen Atomschlag befiehlt", erklärte sie am Freitag. Auch Schumer mahnte: "Dieser Präsident sollte keinen Tag länger sein Amt behalten". Vizepräsident Mike Pence und mehrere Kabinettsmitglieder lehnen laut "New York Times" einen solchen Schritt jedoch ab. Trump hatte im Februar ein erstes Amtsenthebungsverfahren wegen Amtsmissbrauchs und Behinderung des Kongresses mit einem Freispruch überstanden. Im Gespräch mit der "Washington Post" bezeichnete ein Regierungsmitarbeiter Trumps Verhalten als das eines "totalen Monsters".

Auch Verkehrsministerin Elaine Chao gibt ihr Amt vorzeitig auf.

Um den scheidenden Präsidenten wird es damit zunehmend einsam.

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