Adler-Insolvenz: Österreich-Tochter vorerst nicht betroffen

Modekette Adler

"Trotz intensiver Bemühungen war es der Gesellschaft nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds durch Investoren zu schließen", heißt es vom Unternehmen.

Die Modekette Adler, die unter anderem eine Filiale in Spaden betreibt, hat wegen Überschuldung Insolvenz angemeldet. Grund dafür sei der Corona-Lockdown, teilte das Unternehmen am späten Sonntagabend, 10. Januar, mit. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei fast 500 Millionen Euro. Weitere Geschäfte gibt es in Österreich, Luxemburg sowie in der Schweiz. Dabei würde der Vorstand im Amt bleiben und von außen beaufsichtigt werden. Ziel sei es nun, das Unternehmen über einen Insolvenzplan in Eigenverwaltung zu sanieren. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co.

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg gehört nach eigenen Angaben zu den größten und bedeutendsten Textileinzelhändlern in Deutschland.

Für Thomas Freude zeige sich am Beispiel Adler, dass im textilen Einzelhandel selbst ein Unternehmen, das noch Ende 2019 eine "Rekord-Netto-Liquidität" von 70,1 Millionen Euro ausgewiesen habe, innerhalb von knapp zwölf Monaten in eine existenzielle Krise geraten könne. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3.350 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Gegründet wurde das Unternehmen 1948 als Konfektionsbetrieb im sächsischen Annaberg.

Auch wenn die ausländischen Töchter derzeit nicht von der Insolvenz betroffen sind, ist Österreich stark von der deutschen Mutter abhängig. Im letzten Jahresabschluss (von 2019) wird darauf hingewiesen, dass der Warenbezug der österreichischen Gesellschaft beinahe zu 100 Prozent über die deutsche Muttergesellschaft erfolgt.

Die Modebranche hadert allerdings schon lange mit dem Siegeszug von Onlinehandel und Fast-Fashion-Anbietern - der Lockdown traf sozusagen "vorgeschädigte Opfer".

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