NS-Raubkunst - Weiteres Werk aus Gurlitt-Kunstfund zurückgegeben

Ein Journalist macht im Kunstmuseum Bern zur Ausstellung

Der Fund von fast 1500 Kunstwerken in Wohnungen des Sammlers Cornelius Gurlitt hatte 2013 für eine Sensation gesorgt. Zum Abschluss sei die Zeichnung "Das Klavierspiel" auf Wunsch der Erben des ehemaligen Eigentümers Henri Hinrichsen an das Auktionshaus Christie's übergeben worden, teilte das Kunstmuseum Bern am Mittwoch mit. Hinter jedem dieser Bilder steht ein menschliches, tragisches Schicksal, wie das des Auschwitz-Opfers Dr. Henri Hinrichsen.

Das NS-Regime hatte die Zeichnung 1939 bei dem Musikverleger jüdischer Konfession Dr. Henri Hinrichsen beschlagnahmt. "Wir können dieses schwere Leid nicht kompensieren, aber wir versuchen mit der Einschätzung der Nazis".

Hildebrand Gurlitt war ein auch im Auftrag der Nationalsozialisten tätiger Kunsthändler. "Die Plünderung der Kunst, um zur historischen Gerechtigkeit beizutragen und unserer moralischen Verantwortung nachzukommen". 1942 wurde Hinrichsen im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Es sei "bleibende Verpflichtung" Deutschlands, die Aufarbeitung und die Provenienzforschung fortzusetzen. Die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" hatte das Werk bereits 2015 als NS-Raubkunst identifiziert. Insbesondere wegen der komplexen Erbfolge und der weitverzweigten Familie seien die Modalitäten der Rückgabe erst jetzt endgültig geklärt worden. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Arbeiten zurückgegeben, während der sorgfältige Prozess der Provenienzforschung fortschritt. "Dieser Weg ist noch nicht zu Ende". Er starb 1956. Spätere Nachforschungen nach den Werken aus seiner Sammlung blieben auch deshalb erfolglos, weil seine Witwe 1966 gegenüber den Behörden log, sämtliche Werke und Geschäftsunterlagen seien 1945 beim Bombenangriff auf Dresden zerstört worden.

Der Kunstfund Gurlitt war in den Medien zunächst als verschollener "Nazi-Schatz" bekannt geworden. In einer Vereinbarung vom 24. November 2014 haben die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern und die Stiftung Kunstmuseum Bern festgelegt, dass die Provenienzen der über 1.500 Werke erforscht werden und die Bundesrepublik Deutschland NS-Raubkunst an die Opfer oder deren Nachkommen restituiert.

Die Zeichnung stammt aus einem Konvolut von rund 1500 Kunstwerken, die vor rund neun Jahren in Gurlitts Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing sowie später in seinem Haus in Salzburg beschlagnahmt worden waren. Der inzwischen verstorbene Cornelius Gurlitt vermachte die Werke dem Kunstmuseum Bern, das sich seither an der Aufklärung der Herkunft beteiligt. In seinem Testament hatte er die Stiftung Kunstmuseum Bern als Alleinerbin eingesetzt.

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