Weniger Masse, mehr Rendite: Neuer Renault-Chef legt Strategie vor

RenaultEinsparungen von 3 Milliarden Euro geplant
14. Januar 2021
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Renault will noch mehr sparen als bisher geplant

Im Zuge dieser Umbesinnung könnte es zu einem Comeback des erfolgreichen Kleinwagens R5 als E-Modell kommen.

Der französische Autobauer steckt seit Jahren in der Krise.

Der 53 Jahre alte De Meo distanziert sich nun von Ghosns Absatzstrategien und will sich vielmehr auf alte Stärken des französischen Herstellers besinnen. Mit dem Zoe haben die Franzosen bereits eines der meistverkauften Elektroautos in Europa.

Bis zum Jahr 2025 werden die vier Geschäftsbereiche des Konzerns (Renault, Dacia/Lada, Alpine und Mobilize) 24 neue Modelle auf den Markt bringen, davon mindestens zehn vollelektrische Fahrzeuge. Präsentiert wurde die Sanierungsstrategie vom neuen Renault-Generaldirektor Luca de Meo. Das Sparprogramm laufe nun bis 2025 und habe einen Umfang von drei Milliarden Euro, teilte Renault am Donnerstag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

Neben allerlei hausgemachten Problemen hatte zuletzt auch die Corona-Pandemie dem Konzern schwer zugesetzt. Im ersten Halbjahr 2020 verbuchte der Hersteller auch wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von rund 7,3 Milliarden Euro. Der neue R5 soll bis 2025 erhältlich sein. Der Konzern solle so rasch wie möglich wieder profitabel werden, hiess es aus Kreisen des Unternehmens. Die Jagd auf Absatzrekorde, die der frühere Konzernchef Carlos Ghosn mit eiserner Hand verordnet hatte, wird damit endgültig der Geschichte angehören.

"Es ist mehr als ein Turnaround, es ist eine tiefgreifende Transformation unseres Geschäftsmodells", so Luca de Meo. "Es gleicht einem Auto, das zu groß für seinen Motor ist".

In den kommenden zwei Jahren liegt der Schwerpunkt der hausinternen Revolution vor allem darauf die Finanzen zu verbessern, und bis zum Jahr 2025 soll das Sparziel von drei Milliarden erreicht werden. Neben dem Fokus auf die Formel 1 und den Motorsport will Alpine neue leistungsstarke, innovative und rein elektrische Sportwagen entwickeln. Ob im Rahmen dieser Neuausrichtung auch Standorte von Schließungen bedroht oder Entlassungen geplant sind, wollte der Renault-Chef nicht kommentieren. Am Ende setzte sich der geschasste Manager wahrscheinlich in einem Flugzeug-Koffer versteckt in den Libanon ab.

Das Renault-Management hatte im vergangenen Jahr signalisiert, an der von Ghosn geschmiedeten französisch-japanischen Autoallianz nicht zu rütteln. De Meo steht seit Juli an der Spitze von Renault und leitete zuvor die spanische Volkswagen-Tochter Seat.

Berichten der Deutschen Presse-Agentur zufolge setzt De Meo dabei weniger auf Masse als auf Rendite und Qualität.

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