Insolvente Steakhaus-Kette : Maredo entlässt offenbar fast alle Mitarbeiter

Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt

Doch selbst wenn die Restaurants irgendwann wieder aufmachen, wird bei einer deutschlandweit bekannten Steakhaus-Kette die Küche kalt bleiben - auch in Hamburg.

Nun ist jedoch endgültig Schluss: Die Kette muss einen radikalen Schnitt machen und seine Mitarbeiter entlassen. Der Grund sei die kaum vorhandene Liquidität für die Zahlung von Löhnen und Gehältern. "Aufgrund geschlossener Restaurants haben wir seit Anfang November null Umsatz, aber die bestehenden Fixkosten laufen weiter und der Druck steigt".

Da staatliche Wirtschaftshilfen nicht bewilligt worden seien, "läuft uns nun die Zeit davon". Die Mietverträge der übrigen Filialen seien bereits zum 31. Dezember 2020 gekündigt worden. Der zuständige Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis, der den Brief ebenfalls unterschrieben hat, äußerte sich am Montagmorgen auf t-online-Anfrage noch nicht. Zuvor hatte das Branchenportal "Food Service" über das Schreiben berichtet. Nur eine Rumpftruppe in der Verwaltung arbeitet vorerst weiter. "Nun geht es nur noch um die Marke Maredo", sagt der Insolvenzverwalter. Die verbliebenen Restaurants seien gut besucht gewesen. Die coronabedingten Schließungen ab November waren ein weiterer Rückschlag.

Somit verlor auch die Belegschaft der beiden Münchner Lokale ihre Arbeit - neben dem Maredo am Flughafen das gesamte Team des Steaklokals am Rindermarkt, das im Internet nach wie vor zum "Genießen in entspannter Atmosphäre" einlädt.

Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt
1 Maredo hat fast allen Mitarbeitern gekündigt

Bei Maredo erhielten die Mitarbeiter ein Schreiben, in dem ihnen die Kündigung mitgeteilt wurde. "Das Beihilferecht zieht Grenzen für Unternehmen, die sich schon vor Beginn der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben", erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die Gastronomie ist von den Folgen der Pandemie stark getroffen, auch andere Unternehmen sind unter Druck - Konkurrent Vapiano ging 2020 ebenfalls in die Insolvenz.

Und wie geht es weiter mit Maredo? Der Sprecher der Initiative, Torsten Olderog von der Akad Hochschule Stuttgart, nannte die Lage "mehr als dramatisch": "Wir reden hier von zwei Millionen Beschäftigten, deren Existenz jetzt auf dem Spiel steht, wenn die Politik nicht endlich reagiert". Die hätten mit dem jetzigen Unternehmen aber wenig zu tun - es würde sich vielmehr um Lokale einer Firma handeln, welche die Nutzung der Marke Maredo gekauft hat. Daher kündige die 1973 gegründete Firma den Angestellten "zum nächstmöglichen Zeitpunkt". "Nichtsdestotrotz ist Maredo ein klangvoller Name in der Branche mit einer langen Tradition".

Zahlen des Statistischen Bundesamtes untermauerten am Montag das insgesamt trostlose Bild von der Branche.

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