Rentner (73) stirbt nach zweiter Corona-Infektion - Experte: "Das ist ein Ausnahmefall"

Bild zu Modelle eines Coronavirus

Einer davon aus dem Schwarzwald.

"Es ist erst einmal beruhigend zu sehen, dass klinisch relevante Reinfektionen bei Krankenhausmitarbeitern eher selten auftreten und im Falle einer Reinfektion selten schwer symptomatisch sind", sagte Privatdozent Dr. Julian Schulze zur Wiesch vom UKE Hamburg dem "Science Media Center".

Die bekannten Fälle zeigten, dass Infizierte bei einer ersten Erkrankung nicht immer eine ausreichende Immunität aufbauten und sich erneut anstecken könnten, sagte der Immunologe vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Deshalb könne es durchaus sein, dass Menschen nach einer überstandenen Corona-Infektion zwar keine Symptome mehr zeigen, aber immer noch infektiös ein können.

Weltweit sind bislang nur einige Dutzend Fälle der sogenannten Reinfektionen bekannt. Die meisten registrierten Reinfektionen seien zudem milder verlaufen als die ersten Ansteckungen, wenngleich es auch wenige Ausnahmen gegeben habe, heißt es in der Fachzeitschrift British Medical Journal (BMJ).

"Es ist fast sicher, dass die Immunität nach einer milden ersten Infektion nicht lange anhält", zitiert das BMJ den Medizinprofessor Paul Hunter von der britischen University of East Anglia. Unterm Strich verlaufe eine Reinfektion aber in der Regel weniger schwer, da das Immunsystem bereits gerüstet sei.

In Baden-Württemberg war nach Angaben des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart ein 72-jähriger Covid-Patient aus dem Kreis Freudenstadt gestorben, der zuvor bereits von einer Erkrankung mit dem Virus genesen war. Es ist laut LGA der erste derartige Fall im Südwesten und womöglich auch in Deutschland, der bekannt geworden ist. Im Dezember habe er sich erneut infiziert und sei dann am 11. Januar "an einer COVID-19-Lungenentzündung und Sepsis mit Multiorganversagen" gestorben, berichteten die Medien unter Berufung auf das Regierungspräsidium Stuttgart. Es gebe vereinzelte Fälle, bei denen die Patienten beim ersten Mal nicht genügend Antikörper ausgebildet hätten.

Die stellvertretende Leiterin der Infektionsüberwachung beim Landesgesundheitsamt, Christine Wagner-Wiening, sagte, da der Mann eine lange symptomfreie Phase gehabt habe und nun auch seine Ehefrau infiziert sei, gebe es "starke Kriterien" für eine tatsächliche Reinfektion.

Laut einer Studie aus Großbritannien können Corona-Genesene das Virus möglicherweise noch weiter verbreiten.

Experten hatten wiederholt darauf verwiesen, dass eine überstandene SARS-CoV-2-Infektion nicht zwingend gegen das Virus immun macht. "Nur die Impfung wird uns aus dieser Pandemie herausführen", sagte Watzl.

Nach einem Bericht des Rechercheverbunds aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatte sich der aus dem Landkreis Freudenstadt stammende Patient im April erstmals mit Corona infiziert. Im Oktober war eine 89-jährige Niederländerin verstorben, die allerdings immungeschwächt war.

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