#Lichtfenster: Frank-Walter Steinmeier ruft zur Aktion auf - Zeichen der Solidarität

Frank-Walter Steinmeier zündet eine Kerze

Die Toten der Corona-Pandemie seien keine bloße Statistik.

Der Bundespräsident kündigte auch eine zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten nach Ostern an. Gemeinsam mit den anderen Verfassungsorganen wolle Steinmeier mit dieser Feier ein Zeichen setzen, "dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen", teilte das Präsidialamt dazu mit. Ein genaues Datum wurde noch nicht genannt. Viel zu viele müssen um Angehörige trauern. Das sind 31 Prozent oder 5832 Fälle mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie das Amt am Freitag in Wiesbaden mittelte. "Wir wünschen den Kranken schnelle Genesung", hob Steinmeier hervor. Viel zu viele müssten um geliebte Menschen bangen.

Seit vielen Wochen meldet das Robert-Koch-Institut täglich mehrere hundert Covid-19-Tote. Für die vergangenen 24 Stunden wurden 859 neue Todesfälle gemeldet.

"Auch wenn der Frühling Hoffnung verspricht: Dieser Winter ist noch lang", erklärte Steinmeier mit Blick auf die vielen Menschen, die jeden Tag in der Pandemie sterben oder "die in diesen Wochen um ihr Leben kämpfen". Er ermunterte sie, vom Freitag an ein Licht in ihre Fenster zu stellen und auch ein Bild davon mit dem Hashtag #lichtfenster in den sozialen Medien zu teilen.

Der Bundespräsident will mit gutem Beispiel voran gehen: Im Schloss Bellevue und auch in Steinmeiers Dienstwohnung in Berlin-Dahlem wird heute Abend solch ein Licht angezündet. "Ein Licht der Trauer, ein Licht der Anteilnahme, ein Licht des Mitgefühls", sagte Steinmeier. "Stellen wir also ein Licht ins Fenster - und geben wir acht aufeinander". Das soll auch den Rest des Monats die Nächte hindurch leuchten und danach jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag.

Die ganze Welt spricht über das Coronavirus.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland riefen zur Beteiligung an der Aktion auf. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, würdigte die Aktion als "starkes Zeichen der Anteilnahme und des Mitgefühls".

"Ich freue mich sehr über die Initiative des Bundespräsidenten", erklärte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. "Deutschland stellt ein Licht ins Fenster, weil jedes 'Lichtfenster' uns miteinander verbindet".

Solange die Beschränkungen gelten, seien alle in irgendeiner Form betroffen, allerdings durchaus unterschiedlich, fügte Steinmeier hinzu.

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