Zweite Corona-Welle belastet Ifo-Geschäftsklima stark | Wirtschaft Überblick

Der liberale deutsche Ökonom Clemens Fuest fordert einen noch härteren Lockdown. imago images  Sven Simon

Die aktuelle Konjunktureinschätzung erreichte im Berichtsmonat 89,2 Punkte gegenüber 91,3 Punkten im Vormonat und 90,6 Punkten erwartet. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden durch die befragten Unternehmen schlechter bewertet.

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich zum Jahresauftakt verschlechtert. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft vorläufig beendet.

Der IFO-Geschäftsklimaindex wurde im April neu berechnet und rekalibriert, nachdem das IFO-Forschungsinstitut im Mai 2011 die Reihe vom Basisjahr 2000 auf das Basisjahr 2005 und im April 2018 auf den Dienstleistungsbereich umgestellt hatte. Im Bereich Handel ist der entsprechende Indexwert geradezu abgestürzt, von plus 0,3 Punkten im Dezember auf minus 17,2 Zähler im Januar. "Die Stimmung verschlechterte sich, teilweise massiv, in nahezu allen Einzelhandelssparten", betonte das Ifo.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index nach zuletzt acht Anstiegen in Folge wieder gesunken. Auch im bisher robusten Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima verschlechtert.

Fuest warnte vor einem radikalen Lockdown einschließlich geschlossener Industriebetriebe.

Angesichts der stockenden staatlichen Hilfe für geschlossene Betriebe sprach sich Fuest für flexiblere Instrumente aus. Die Regierung könne etwa die Steuervorauszahlungen "pauschal kürzen" und die Unternehmen so entlasten. Fuest schlug vor, die Finanzämter einzubeziehen: Sie hätten Kontakte zu allen Firmen. "Es wäre Wahnsinn, die Industrie jetzt stillzulegen". "Wir müssen die Industrie offen halten, wir können uns einen wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht leisten". Es müssten ja auch weiter Hilfen gezahlt werden können für die geschlossenen Bereiche.

Dort, "wo die Inzidenzen runtergehen", könnten die Beschränkungen stärker gelockert werden, schlug Fuest im ZDF vor. Deutschland müsse zudem mehr testen und die Impfungen gegen das Coronavirus "aggressiv vorantreiben". In der Pandemie komme viel auf die Verwaltung zu.

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