Facebook: Apple könne die gesamte Wirtschaft ausbremsen

Facebook-Chef Zuckerberg

Schon seit mehreren Monaten bereite Facebook die Klage vor, auch externer juristischer Beistand sei schon herangezogen worden, schreibt The Information. Auch über Öffentlichkeitsarbeit und Regulierungsbehörden versucht Facebook seit längerem, Druck aufzubauen: Apple setze die Kontrolle des Zugangs zu iPhone und iPad dafür ein, "eigene Dienste und Einnahmequellen zu bevorzugen und das zum Nachteil Dritter", hieß es in einem Schreiben des sozialen Netzwerks an die EU-Kommission im vergangenen Jahr. Jede Einschränkung wäre deshalb kaum im Interesse von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Apple habe "jeden Anreiz" seine dominante Position dafür einzusetzen, "in die Arbeitsweise unserer und anderer Apps einzugreifen", so Zuckerberg.

Aber der Facebook-Chef war in seiner Kritik noch deutlicher. Und den Reingewinn konnte Facebook gar um 53 Prozent auf 11,22 Milliarden Dollar steigern.

Und er wendete das Datenschutzargument gegen Apple. Chat-Inhalte bei WhatsApp seien dank Komplett-Verschlüsselung grundsätzlich nur für die Beteiligten im Klartext verfügbar, so Zuckerberg.

Apple speichert iMessage-Backups jedoch standardmäßig ohne End-to-End-Verschlüsselung auf seinen Servern, wenn der iCloud-Dienst nicht deaktiviert ist.

Zwar zeigen die aktuellen Facebook-Zahlen, dass Zuckerberg sein Geschäftsmodell auf eine breitere Basis stellen möchte. "Apple und Regierungen haben die Möglichkeit, auf Nachrichten der meisten Menschen zuzugreifen", sagte Zuckerberg.

Der Streit zwischen Facebook und Apple um mehr Privatsphäre auf dem iPhone spitzt sich weiter zu.

Auch die Nutzerzahl legte weiter zu. Täglich waren es 1,84 Milliarden nach 1,82 Milliarden im letzten Quartal des Vorjahres. Insgesamt griffen 3,3 Milliarden Nutzer monatlich auf mindestens eine App des Facebook-Konzerns wie auch Instagram und WhatsApp zu. Nach 198 Millionen im zweiten Quartal 2020 waren es zuletzt 195 Millionen. Die Region ist für Facebook mit einem durchschnittlichen Umsatz von über 53 USD pro Nutzer besonders lukrativ. In Europa waren es zuletzt im Schnitt knapp 17 Dollar pro Nutzer.

Facebook sprach zugleich von "bedeutenden Unwägbarkeiten" in der Zukunft. In der Coronavirus-Pandemie habe man vom allgemeinen Schub des Online-Geschäfts profitiert. Sollte sich dieser Trend jedoch umkehren, werde das auch das Wachstum von Facebooks Werbeerlösen bremsen. Zudem warnte das Online-Netzwerk bereits, dass es angesichts des rasanten Wachstums in der zweiten Jahreshälfte 2020 im laufenden Jahr absehbar geringere Zuwächse geben werde.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die Situation bei der Datenübertragung aus der Europäischen Union. Der Europäische Gerichtshof hatte im vergangenen Sommer auch die neue Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield" gekippt. Die Politik habe zuletzt alles durchtränkt - und viele Nutzer wollten nicht, dass ihre Zeit bei Facebook davon dominiert werde.

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