Leichtes Plus: Deutsche Wirtschaft wächst im vierten Quartal - trotz Lockdowns

Wifo-Chef Badelt BIP schrumpfte Ende 2020 stark

Es war der größte Einbruch seit der Finanzkrise 2009, als die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent zurückging. In Frankreich waren die Folgen noch schwerer. Das Land ist in die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gerutscht: Die Wirtschaftsleistung brach im Corona-Jahr 2020 um 8,3 Prozent ein, wie das nationale Statistikamt Insee am Freitag aufgrund erster Berechnungen in Paris mitteilte. Haushaltsminister Olivier Dussopt begrüßte die Zahlen deshalb.

Das leichte Plus beim Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal zeige, "dass die deutsche Wirtschaft zunehmend gelernt hat, mit den Kontaktbeschränkungen umzugehen", erläuterte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. Dazu habe auch das Corona-Hilfspaket im Umfang von 100 Milliarden Euro beigetragen. Vor allem die Industrie erhole sich derzeit robust. Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur. Dadurch seien Rückschläge im Gastgewerbe, dem Kultursektor und dem Einzelhandel gesamtgesellschaftlich ausgeglichen worden. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet mit einem Rückgang von knapp 2 Prozent. "Dann dürfte eine kräftige wirtschaftliche Erholung einsetzen". Europas größte Volkswirtschaft kommt dennoch vergleichsweise gut durch die erneuten Beschränkungen in der Corona-Pandemie. Nach einer Konjunkturerholung im Sommer waren im Herbst neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens eingeführt worden. Die Bundesregierung rechnet damit, dass es in diesem Jahr zu einem Wachstum von 3 Prozent reichen wird. Viele Experten gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden ersten Quartal wegen der inzwischen verschärften und verlängerten Lockdown-Maßnahmen schrumpfen wird. In seiner Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) noch einen Anstieg um 4,4 Prozent erwartet.

"Die deutsche Wirtschaft ist mit einem blauen Auge davon gekommen", analysierte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski mit Blick auf die letzten drei Monate 2020.

Das zeigt sich auch an der Stimmung in den Unternehmen in Deutschland, die sich zu Beginn des Jahres deutlich eintrübte. Im Jänner fiel das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler.

Zudem brach die Konsumlaune der Verbraucher ein, wie aus der jüngsten Konsumklimastudie der GfK für Februar hervorgeht.

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