Commerzbank will 10.000 Stellen streichen

Logo der Commerzbank | dpa

In Deutschland betrifft dies jeden dritten Arbeitsplatz, teilte der Frankfurter MDax-Konzern mit.

Die Bank kündigte in der Mitteilung an, alles daransetzen zu wollen, "gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern faire und - soweit möglich - sozialverträgliche Lösungen für den Stellenabbau zu vereinbaren". - Will die Commerzbank Produkte und Dienstleistungen teurer verkaufen, um Profitabilität zu sichern?

Die Kosten sollten in allen Bereichen erheblich sinken, die Rentabilität steigen. Zuvor hatte das "Handelsblatt" (Donnerstag) berichtet, die künftige Strategie solle nach bisheriger Planung am 3. Februar final beschlossen werden.

Mit einer umfassenden Digitalisierung, die allerdings noch nicht im Detail beschrieben wird, sollen Wegfall von Jobs und Leistungen sowie auch von Filialen "kompensiert" werden. Dafür bildet das Geldhaus Rückstellungen in Höhe von 610 Millionen Euro im Schlussquartal 2020, die das Ergebnis des vergangenen Jahres belasten. Für Gewerkschaftssekretär Wittmann ist das Vorhaben in dieser Kürze nicht akzeptabel und eine Gefahr für die Stabilität der Bank. Somit soll die Commerzbank bis zum Jahr 2024 eine Eigenkapitalrendite bei weitgehend stabil bleibenden Erträgen von 6,5 bis 7 Prozent erreichen. Doch bei der Commerzbank geriet der Konzernumbau ins Stocken, weil Zielke nach Kritik von Investoren seinen Rücktritt erklärte und zudem die Spitze des Aufsichtsrates neu besetzt werden musste. Dann trifft sich der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung.

Die Pläne für die Restrukturierung liegen seit Monaten in der Schublade.

Es ist eine der ersten Handlungen des neuen Chefs Manfred Knof.

Die Commerzbank plant Kosteneinsparungen von 1,4 Milliarden Euro. 2020 dürfte deshalb ein Verlust in Milliardenhöhe angefallen sein. Die Jahresbilanz für 2020 will die Bank am 11. Februar vorlegen.

Insgesamt rechnet die Bank mit Umbaukosten von 1,8 Milliarden Euro, die komplett aus eigenen Mitteln finanziert würden. Es wird massiv restrukturiert, massiv abgebaut, massiv gespart und es soll auch massiv digitalisiert werden - aber neue Ideen, neue Produkte oder neue Geschäftsmodelle sind nicht in Sicht oder zumindest noch nicht angesprochen worden. Wegen ihrer starken Ausrichtung auf deutsche Mittelständler belastet die Coronakrise die Commerzbank besonders stark.

Related:

Comments

Latest news

Putsch in Myanmar?: Militär nimmt wohl Aung San Suu Kyi fest
Ohne das Militär sind auch Verfassungsänderungen nicht möglich, zudem kontrolliert es die wichtigsten Ministerien. Auch der Präsident des Landes befinde sich in Gewahrsam. "Das Militär muss diese Schritte rückgängig machen".

Herzogin Kate ist im Lockdown Friseurin geworden dpa Unterhaltung
In einem Videocall mit Londoner Familie sprach die 39-Jährige jetzt ganz offen über ihre größten Herausforderungen. Während der Pandemie bleiben Haarsalons vielerorts geschlossen.

Weiterer Corona-Impfstoff mit Studienergebnissen - 66 Prozent Wirkung
Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte im vergangenen Jahr einen Mindestwert von 50 Prozent für eine mögliche Zulassung festgelegt. Auch gegen die in Südafrika zuerst entdeckte Variante sei der Impfstoff wirksam, hieß es.

COVID-19-Vakzine: Novartis übernimmt Abfüllung für BioNTech
Laut eigenen Angaben ist Novartis nicht nur mit Pfizer/Biontech im Gespräch, sondern auch mit einer Reihe weiterer Unternehmen. Bis dahin war Pfizer von fünf Dosen pro Flakon ausgegangen - und berechnete entsprechend die Zahl der zu liefernden Ampullen.

Empfehlung auch für Ältere? Impfgremium berät über AstraZeneca-Vakzin
Grundsätzlich ist der neue Coronavirus-Impfstoff mit der EMA-Entscheidung in der EU für alle Menschen ab 18 Jahren freigegeben. Anders als die Ständige Impfkommission in Deutschland entschieden sich die EMA-Experten gegen eine Altersbeschränkung.

Other news