Impfgipfel: Hoffnung auf mehr Impfstoff-Nachschub bis zum Sommer | BR24

Corona-Krise Darüber wird beim Impfgipfel gestritten. Impfgipfel per Videoschalte Der Finanzvorstand von Biontech Sierk Pötting spricht zu den Teilnehmern des Impfgipfels darunter Kanzlerin Angela Merkel und Berlins Ministerpräsident Michael Müll

Grund zur Hoffnung dürften die Ankündigungen mehrerer Impfstoff-Hersteller bieten, die eine Steigerung ihrer Liefermengen in die EU in Aussicht stellten. "Es kommen jede Woche Impfstoffe, und es werden auch mehr, Zug um Zug". Gut einen Monat nach Beginn der Impfungen hatte sich angesichts knapper Mengen, teils unsicherer Lieferungen und oft überlasteter Telefon-Hotlines für Impftermine massive Kritik aufgestaut. Das Ministerium betonte, dass die Prognosen immer mit Unsicherheiten behaftet und Änderungen nicht ungewöhnlich seien. Bei noch weiteren Zulassungen gebe es sogar ein größeres Angebot.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte: "Man muss ehrlicherweise, Stand heute, sagen: Es wird im ersten Quartal knapp bleiben". Diese Botschaft sei auch in aller Klarheit angekommen. Planungen könne man "nicht mit der Stoppuhr machen". Trotzdem sei es wichtig, dass man "nicht im Nebel" stochere. Vor dem Gipfel, an dem auch Vertreter der EU-Kommission und von Pharma-Firmen teilnehmen, hatte das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac Kooperationen mit der Bayer AG, der Wacker AG und Rentschler Biopharma SE bekannt gegeben. Angestrebt wird ein Start Ende 2021. Wenn weitere Entwicklungs- und Zulassungsschritte planmäßig laufen, könnte das Präparat schon ab Sommer gespritzt werden - dann zunächst mit Impfdosen, die nicht von Bayer produziert werden. Die Unternehmen könnten Zusagen machen, aber keine hundertprozentigen Garantien geben, sagte der CSU-Chef.

Auch auf EU-Ebene gibt es Bewegung. Und auch der Pharmakonzern Astrazeneca will nun doch mehr Impfstoff liefern. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Sonntagabend auf Twitter mit. So kündigte der Impfstoff-Hersteller Biontech für das zweite Quartal die Lieferung von zusätzlichen 75 Millionen Impfdosen an die EU an. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Mittel aber nur für Erwachsene unter 65 Jahren. "Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind", sagte der Minister. Dieses Mal soll es jedoch ausschließlich um Verbesserungen bei der deutschen Impfkampagne gehen.

Zudem sollen Menschen mit Vorerkrankungen voraussichtlich teilweise etwas früher geimpft werden können als bisher vorgesehen. In dieser Gruppe sollen sonst weiter schwerpunktmäßig Menschen ab 70 erfasst werden.

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