Kraftwerkssparte betroffen: Siemens Energy baut 7800 Stellen ab

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Konzernchef Bruch hatte auf dem Kapitalmarkttag klargemacht, dass er mit der Profitabilität von Siemens Energy nicht zufrieden ist, und Maßnahmen angekündigt.

Der Energiekonzern Siemens Energy baut weitere Arbeitsplätze ab. Standortschließungen soll es dabei allerdings nicht geben.

In Görlitz ist der Industrieturbinenbauer von Siemens möglicherweise erneut von Stellenabbau betroffen.

Der Abbau verfolgt auf finanzieller Seite das Ziel, die Kosten im Geschäft mit fossilen Energien mindestens um 300 Millionen Euro zu senken. So beteiligt sich das Unternehmen nicht mehr an Neuausschreibungen für Kohlekraftwerke. Auch der Jobabbau soll zu großen Teilen bis dahin erfolgen. Zudem wird das Geschäft mit so genannten aeroderivativen Gasturbinen - die in der Bauweise Flugzeugtriebwerken nachempfunden sind - zurückgefahren. Mit dem Sparprogramm wolle er die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Die nun beschlossenen Maßnahmen reichen von Einsparungen bei externen Dienstleistern und im Einkauf über eine optimierte Logistik bis zur deutlichen Vereinfachung der IT-Landschaft. Siemens Energy bekräftigt das Ziel, bis 2023 eine bereinigte operative Marge (Ebita) von 6,5 Prozent bis 8,5 Prozent zu erreichen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Energy noch einen Milliardenverlust gemacht.

"Wir adressieren diese Punkte jetzt, weil wir unser Unternehmen aus eigener Kraft verändern wollen", sagt Christian Bruch, Vorstandschef Siemens Energy. Für den Personalabbau erwartet Siemens Energy Einmalkosten im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich.

Dass die Geschäfte im ersten Quartal gut liefen, ändere nichts an der Notwendigkeit des Umbaus, hieß es von Siemens Energy. Von Oktober bis Dezember verdiente das Unternehmen unter dem Strich 99 Millionen Euro und kehrte damit in die Gewinnzone zurück. Der Umsatz legte leicht zu. Das Wachstum kam dabei durch die gute Entwicklung bei Siemens Gamesa, der Windturbinebauer hatte bereits vergangene Woche Zahlen vorgelegt.

Siemens hatte zuvor bekannt gegeben, dass bei Siemens Energy in Deutschland in den nächsten vier Jahren 3.000 Stellen abgebaut werden sollen.

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