Corona: Studie zeigt positiven Effekt von Blutverdünnungsmitteln

Neue Studie Diese Arzneimittel können sich positiv auf Covid-19 auswirken. Corona Patient wird transportiert Bei Obduktionen fanden Forscher jetzt heraus dass Blutgerinnungsmittel die Lebenszeit bei Covid-19 verlängern können. (Quelle imago images

"Zwar haben unsere Obduktionen der Verstorbenen gezeigt, dass die Covid-19-Erkrankten trotz der Gabe von Blutverdünnungsmitteln noch Blutgerinnsel in den Lungenschlagadern aufweisen konnten", sagte Ondruschka. In der statistischen Auswertung zeigten sich jedoch längere Überlebenszeiten seit der erfolgten Therapieumstellung.

"Das ist ein wichtiger Erfolg der gemeinsamen Forschung und unterstreicht die Bedeutung der Rechtsmedizin für die Lebenden". Jetzt seien Studien nötig, die die Ergebnisse mit den Daten von überlebenden Intensivpatienten vergleichen. Ondruschka ist der Nachfolger von Klaus Püschel, der das Institut für Rechtsmedizin am UKE zuvor geleitet hatte. Daraufhin wurden die bundesweit geltenden Leitlinien für die Behandlung von Betroffenen angepasst. Dies erfolgte mit Zustimmung der Angehörigen.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war bei den Hamburger Obduktionen aufgefallen, dass Covid-19 zu ungewöhnlich vielen Thrombosen und Lungenembolien führt.

Nur in sieben Prozent der Fälle seien die Verstorbenen zwar infiziert, der Erreger aber nicht todesursächlich gewesen.

Und es bestätigt sich eine weitere Erkenntnis der Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner: Die meisten Menschen, die an Corona gestorben sind, hatten mehrere Vorerkrankungen. 20 Prozent wiesen ein krankhaftes Übergewicht auf.

Das Institut untersuchte alle 735 Todesfälle, die im Jahr 2020 in Hamburg in einen Zusammenhang mit Covid-19 gebracht wurden. Die verstorbenen Männer seien statistisch etwas jünger als die Frauen gewesen, auch starben mehr Männer als Frauen.

Insgesamt wurden 735 Todesfälle untersucht. Sieben Menschen waren unter 50. Menschen mit schweren Verläufen litten meist an Bluthochdruck, Niereninsuffizienz, Diabetes, Tumoren oder einer chronischen Lungenerkrankung (COPD).

Aber auch eine gute Nachricht hatten die Rechtsmediziner: Die Zahl der Covid-19-Toten durch Lungenembolien ist merklich gesunken.

Die meisten Corona-Patienten mit schweren Verläufen sterben neben den Lungenembolien auch an Multiorganversagen oder einer Sepsis. Gründe hierfür sind neben einer unterschiedlichen Zählweise auch Fehlerfassungen. "Auf dieser Basis systematisch untersuchte Körpergewebe zeigten bereits im Frühsommer, dass es sich bei Covid-19 um eine Erkrankung handelt, die diverse Organe in ihrer Funktion schädigen kann".

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