Seehofer zu Hanau-Jahrestag: Alle müssen sicher leben können

Gedenken an Opfer in Hanau

"Der Staat ist gefordert". Steinmeier stellt sich damit klar hinter die "Initiative 19. Februar Hanau", einen Zusammenschluss von Angehörigen der Opfer, die unter anderem von einem "Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat" spricht. Dazu werden auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erwartet, aber auch Ex-Fußballnationalspieler Rudi Völler, gebürtiger Hanauer und Ehrenbürger der Stadt.

Keineswegs seien ein Jahr nach dem Anschlag die Trauer gewichen, der Schmerz geringer geworden, die Wut verflogen, alle Fragen beantwortet, sagte Steinmeier. Neben Pamphleten mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten, die der 43 Jahre alte Täter vor der Tat im Internet veröffentlicht hatte, gehört dazu auch ein von ihm verfasster, sehr wirrer Brief, der Monate zuvor beim Generalbundesanwalt eingegangen war. Die Tat hatte Entsetzen in ganz Deutschland ausgelöst.

Rund 500 Angehörige und Hanauer Bürger kamen an einem Ensemble von Ehrengräbern zusammen. Das Ensemble umfasst auch Gedenksteine für die weiteren 6 Todesopfer Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Paun und Fatih Saraçoglu. Verschiedene Religionsgemeinschaften und Gruppierungen erinnerten mit Demonstrationen und einer Kranzniederlegung an die Ermordeten.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat anlässlich des Jahrestags des rassistischen Anschlags von Hanau erklärt, dass alle Menschen in Deutschland sicher leben können müssten. "Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen", sagte er in einem vom Ministerium auf Twitter verbreiteten Zitat.

Außenminister Heiko Maas rief indes zu einem verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus auf und griff die AfD scharf an. Das Kabinett hatte im Dezember einen 89-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus verabschiedet. "Und es gibt zu viele, die das nicht sehen wollen, die wegschauen, die abstreiten".

Es ist ein Jahr her, dass sich Tobias R. zu seinem tödlichen Terrorzug durch Hanau aufmachte. "Ihre Ermordung soll uns für immer daran erinnern und mahnen, dass der rassistische Normalzustand dieser Gesellschaft endlich beendet werden muss!"

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