Impfpass soll in den nächsten Monaten kommen | BR24 — EU-Gipfel

Gipfel-Runde im Januar Bild AFP

"Die politische Vorgabe ist, dass man das in den nächsten Monaten erreicht, ich habe ja von drei Monaten gesprochen", sagte die Merkel nach dem EU-Videogipfel laut der Deutschen Presse-Agentur.

Brüssel | Die Europäische Union treibt die Arbeit an einem einheitlichen Corona-Impfpass für einfacheres Reisen voran.

Die EU-Staats- und Regierungschefs stimmen am Donnerstagnachmittag in einer Videokonferenz ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie ab.

Urlaubsländer wie Griechenland wünschen sich ein solches Zertifikat, das Geimpften das grenzüberschreitende Reisen ermöglichen würde.

Momentan könnte er aber noch keine Rolle spielen, so Merkel, weil bisher ein zu geringer Teil der Bevölkerung immunisiert worden sei.

Zugleich wird auf bessere Absprachen für die Impfstoffproduktion in der EU gedrungen. "Wir wollen möglichst schnell zurück zur Normalität, unser altes Leben wiederhaben und ein Maximum an Freiheit". Er verwies dabei auf das Vorbild Israel, wo ein sogenannter grüner Pass nun auch Besuche in Fitnessstudios, Schwimmbäder, Theater oder Hotels ermöglicht. "Nun geht es um die möglichst rasche Umsetzung!"

"Das braucht seine Zeit", sagte ihrerseits EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. Es sei wichtig, dass die Erwartungen nicht "zu früh zu hoch" seien. Die Vorbereitungen würden mindestens drei Monate dauern. "Aber man muss sich ja vorbereiten", betonte Merkel. Der Impfpass könne zudem nicht alleine darüber bestimmen, wer reisen könne. "Darüber sind überhaupt noch keine politischen Entscheidungen getroffen".

Das Treffen der 27 EU-Regierungschefinnen und -chefs wird am Freitag fortgesetzt. Angedacht sind eine Datenbank zur Registrierung der Impfungen und ein personalisierter QR-Code für Geimpfte.

Morgen geht es auf der Video-Konferenz der EU-Staats- und Regierungschefs um Fragen der Sicherheit und Verteidigung.

In der Gipfelerklärung heißt es dazu weiter, die ergriffenen Maßnahmen müssten sicherstellen, dass "der Fluss von Waren und Dienstleistungen innerhalb des Binnenmarktes gewährleistet" sei. "Wir müssen daher strenge Einschränkungen aufrechterhalten und unsere Bemühungen intensivieren, um die Bereitstellung von Impfstoffen zu beschleunigen". Deshalb bemühen sich die Staats- und Regierungschefs der Gemeinschaft bei ihrem Videogipfel an diesem Donnerstag erneut um einen gemeinschaftlichen Ausweg aus der Krise.

Die EU-Kommission wurde vom Gipfel schließlich beauftragt, bis Juni einen Bericht zu erstellen, der bisherige Lektionen aus der Pandemie darstellen soll.

Die Impfkampagne soll sich weiter beschleunigen. Die EU-Kommission wolle dazu - ähnlich wie die Bundesregierung auf nationaler Ebene - eine Taskforce einrichten, hieß es in der Kommission. Ein "Mapping" soll mögliche zusätzliche Standorte für die Produktion in Europa identifizieren, hieß es in Delegationskreisen.

Strittige Themen des Gipfels waren auch die Grenzkontrollen sowie mögliche Exportverbote seitens der EU. Finnland, die Niederlande und Irland hätten sich für Grenzschließungen im Falle weiterer gefährlicher Virus-Mutationen ausgesprochen. Kurz plädierte dem Vernehmen nach für die Aufrechterhaltung "grüner Spuren" für Transporte und für den Binnenmarkt. Bei dem Gipfel geht es unter anderem darum, wie die EU-Staaten auf die Virusmutationen reagieren sollen.

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