Verschwörungsideologe: Polizei fahndet offenbar mit Haftbefehl nach Attila Hildmann

Attila Hildmann Kochbuchautor und Anti-Corona-Aktivist 2020 bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln

Vor allem Hildmann selbst heizte die Gerüchteküche an, indem er in diversen Nachrichten auf seinem Telegram-Kanal von einem "offenen Haftbefehl" gegen ihn sprach.

Am Montagmorgen rief der Rechtsextremist seine Unterstützer zu einer Kundgebung vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft Berlin in Moabit auf, um die Rücknahme des angeblichen Haftbefehls zu fordern. Während ihm auf Telegram mehr als 114.000 Personen folgen, erschienen jedoch nicht mal zehn Teilnehmer am Montag auf dem Bürgersteig in der Turmstraße. Der ehemalige Starkoch ist offensichtlich untergetaucht, weil die Staatsanwaltschaft Berlin einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. Aus Berliner Polizeikreisen ist zu hören, dass ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft vorliegt - aber noch nicht vollstreckt werden konnte. Demnach sei seit Anfang Februar unklar, wo Imbissbetreiber sich aufhalte. Schließlich behauptet er, "drei von Merkels Stasi-Bullen" hätten seine Mutter besucht und nach ihm gefragt. Er sei mehrere Wochen lang observiert worden.

Hildmann war wiederholt bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen aufgetreten. "Niemand kommt an der Giftspritze vorbei", sagte er. Im November durchsuchten Polizisten seine dortige Wohnung und beschlagnahmten unter anderem Laptops und Handys.

Attila Hildmann im Frühjahr 2020 im Gespräch mit dem Youtuber und selbsternannten
Attila Hildmann im Frühjahr 2020 im Gespräch mit dem Youtuber und selbsternannten"Volkslehrer Nikolai

Im Ermittlungsverfahren gegen Hildmann werden mehr als 1000 Äußerungen einzeln überprüft. "Das sind intensive, umfangreiche und zeitaufwendige Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Zumindest berichten das üblicherweise bestens informierte Polizeireporter deutscher Medien wie etwa der "Berliner Zeitung".

Eine weitere Festplatte sei offenbar durch ein Passwort so geschützt, dass Ermittler sie nicht öffnen könnten. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft soll aufgeklärt werden, ob und in welchem Umfang der 39-Jährige durch seine Äußerungen die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten und sich strafbar gemacht haben könnte. Es geht dabei um Verdacht auf Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

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