Neues Führungsduo der Linken komplett

Neues Führungsduo bei der Linken Susanne Hennig Wellsow und Janine Wissler

Das neue, rein weibliche Führungsduo der Linken ist komplett: Der Online-Parteitag wählte am Samstag die hessischen Landtagsfraktionschefin Janine Wissler und die thüringische Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow als neue Ko-Vorsitzende.

Hennig-Wellsow war einer breiteren Öffentlichkeit im Februar 2020 bekannt geworden, als sie dem mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählten FDP-Politiker Thomas Kemmerich den zur Gratulation gedachten Blumenstrauß vor die Füße warf. Es gab 64 Gegenstimmen und 20 Enthaltungen. Sie warb dafür, die Gesellschaft "grundsätzlich zu verändern".

Die 43-Jährige Hennig-Wellsow, in Thüringen eine der Architektinnen des rot-rot-grünen Regierungsbündnisses, war am Samstag auf einem Online-Parteitag mit 379 von 536 abgegebenen Stimmen an die Parteispitze gewählt worden. Es soll der Partei neuen Schwung verleihen. Auf der sogenannten gemischten Wahlliste standen auch zwei männliche Gegenkandidaten, die 104 und 15 Stimmen erhielten.

Sie hatten die Linke seit 2012 geführt und wollten eigentlich bereits im vergangenen Juni ihre Amtszeit beenden, aber wegen Corona wurde der Parteitag seitdem zweimal verschoben. Die Wahl der neuen Spitze muss anschließend noch per Briefwahl bestätigt werden. Sollte Wissler den Landtag nach der Bundestagswahl möglicherweise in Richtung Berlin verlassen, verlöre dieser "eine eloquente und schlagfertige Rednerin", bedauerten die Grünen-Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer. Dieser trat angesichts des bundesweiten Aufschreis Tage später zurück; darauffhin wurde Hennig-Wellsows Parteikollege Bodo Ramelow erneut zum einzigen Ministerpräsidenten der Linkspartei gewählt. "Jetzt kann ein neues Kapitel aufgeschlagen werden", sagte Kipping. Von "keiner leichten Aufgabe" sprachen auch Wisslers hessische Parteikollegen Petra Heimer und Jan Schalauske.

Größte Herausforderung für das frischgewählte Führungsduo wird es sein, die traditionell sehr unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Linken zusammenzuführen. Die Partei wäre in einer Koalition im Bund in wesentlichen Politikbereichen zu Kompromissen gezwungen, etwa in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Die Umfragen für die Linke verharren stabil auf niedrigem Niveau.

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