Kölner Bühnen bunkern Millionen bei geschlossener Skandalbank - Verlust droht!

Sina Schuldt

Knapp eine Woche nach Schließung der Bank melden sich immer mehr Städte und Gemeinden, die öffentliche Gelder bei dem Bremer Institut angelegt haben.

Das Problem: Bei der Greensill-Bank ist der Vorhang vorerst gefallen, seit die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Bank am 3. März wegen drohender Überschuldung vorläufig schloss.

Köln - Droht den städtischen Bühnen ein satter Verlust von 15 Millionen Euro? . Das Verbot, Anlagen auszuzahlen, soll helfen, die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Von den Städten am stärksten betroffen scheint nach bisherigen Informationen das nordrhein-westfälische Monheim am Rhein, das sich auf einen Verlust von bis zu 38 Millionen Euro einstellen muss. Neben dem NDR gab auch der Saarländische Rundfunk sowie der Südwestdeutsche Rundfunk bekannt, bei der Greensill Bank Einlagen gehabt zu haben. Sie hätten bei der Abwicklung ihrer Finanzanlagen mit einem Finanzdienstleister zusammengearbeitet. Man habe vor allem vermeiden wollen, dass Steuergelder durch Negativzinsen verloren gingen. "Darum haben wir die Gelder auch auf verschiedene Banken aufgeteilt". Jetzt sind wir um eine weitere bittere Erkenntnis reicher: "Sie können auch nicht mit Geld umgehen!" Zugleich stelle man sich die Frage, wo denn der Rest der Kreditgelder liege.

Sandra Schneeloch, finanzpolitische Sprecherin der Grünen, erklärte, dass man sich im kommenden Finanzausschuss den Fall genauer anschauen will: "Sollte sich hier der Verdacht erhärten und es sich erneut um einen Fall der Bilanzfälschung bei einem Kreditinstitut handeln, hat die BaFin sich unmittelbar nach Wirecard direkt einen weiteren Aufsichtsskandal eingebrockt". Auf das Rating sollte sich jede*r Anleger*in verlassen können, so auch die Bühnen.

Gesamthöhe des Darlehens: 100 Mio.

Die NDR-Sprecherin wiederum sagt, dass der Sender mit der Termingeldanlage bei der Greensill Bank kein finanzielles Risiko eingegangen sei: "Er hat sich an alle internen und gesetzlichen Vorgaben gehalten". Geld, das für die Sanierung der Bühnen vorgesehen ist und als Kredit aufgenommen wurde. Bei der australischen Mutter der angeschlagenen Bank haben inzwischen Insolvenzexperten der internationalen Unternehmensberatung Grant Thornton das Ruder übernommen.

Noch ist nicht klar, ob es Geschädigte der Greensill Bank geben wird. Mehrere Kommunen hatten dort Geld angelegt.

Jeden Tag werden neue Fälle von institutionellen Anlegern bekannt, die bei der in Schieflage geratenen Bremer Greensill Bank investiert haben. Diese seien allerdings durch den Einlagensicherungsfonds der Privatbanken abgedeckt, sagte der Sprecher des Stadtwerke-Konzerns Christoph Preuß auf Anfrage der Zeitung.

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