Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in der EU zugelassen

Die Entscheidung wird am heutigen Donnerstag erwartet

Die Verabreichungsempfehlung als einmalige Injektion sei besonders vorteilhaft, um schwer erreichbaren Personengruppen - etwa Menschen in prekären Arbeits- oder Wohnverhältnissen - die Corona-Schutzimpfung zur Verfügung zu stellen. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen - das gilt als Formsache und könnte ebenfalls noch am selben Tag erfolgen.

J&J hatte Ende Januar für das Mittel eine Wirksamkeit von 66 Prozent beim Schutz vor mittelschweren bis schweren Covid-19-Verläufen in seiner weltweiten Untersuchung mit rund 44.000 Teilnehmern gemeldet. Neben Johnson & Johnson sind bereits die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca in der EU auf dem Markt. "Diese Ergebnisse ziehen sich durch alle Altersgruppen, Ethnien und auch im Bezug auf Komorbiditäten", hatte der Hersteller bereits bei der Präsentation von Zwischenergebnissen der Zulassungsstudien berichtet.

Die bisher ausgewerteten Studienzeiträume lagen zwar vor dem gehäuften Auftreten der Varianten, der Hersteller geht aber davon aus, dass die Mutationen schon vorher dort zirkulierten. Die Schutzwirkung lag mit 68 Prozent in Brasilien beziehungsweise 64 Prozent in Südafrika nur etwas niedriger als in den USA mit 72,0 Prozent.

Anders als bei den bisher in der EU zugelassenen Impfstoffen muss das Johnson-&-Johnson-Produkt nicht zwei Mal, sondern nur ein Mal appliziert werden. Für einen wirksamen Impfschutz genügt bereits eine Dosis; der Impfstoff gilt daher als Hoffnungsträger.

Die Hälfte der Studienteilnehmer wurde in den Zulassungsstudien bis zu acht Wochen nach Vakzinierung nachverfolgt.

Wie der Impfstoff funktioniert, wann er nach Deutschland kommt, was die Unterschiede zu den anderen Vakzinen sind und welche sonst noch in den Startlöchern stehen: Wir haben für Sie den Überblick. Weiterer Vorteil, neben dem Einzeldosis-Regime: Die Mehrfachdosisdurchstechfläschchen mit fünf Impfdosen können bei Kühlschranktemperatur (2 bis 8°C) gelagert und transportiert werden. Der Hersteller sicherte allerdings zu, dass er sich an die Absprachen halten will und ab April die EU-Staaten beliefern werde. Von den 200 Millionen Dosen für die EU sollten Liese zufolge laut Vertrag 55 Millionen Dosen eigentlich bis zum 1. Juli ausgeliefert werden. Davon würde Deutschland, laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), 36,7 Millionen erhalten. Davon hat Österreich 2,5 Millionen Dosen beansprucht. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht sofort liefern kann.

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