Dänemark stoppt Impfungen mit AstraZeneca-Vakzin

In Dänemark werden Ältere als Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe zuerst geimpft. Sie sind auch eine Risikogruppe für das Auftreten von Blutgerinnseln

Es sei wichtig zu unterstreichen, dass man den AstraZeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere. Der Schritt erfolge als Vorsichtsmaßnahme, wurde hinzugefügt.

Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern, danach wird geschaut, wie es weitergeht. Es habe Berichte über teils schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften gegeben, eine Meldung beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb auf Twitter: "Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen". Dafür sprachen sich am Donnerstagnachmittag das Nationale Impfgremium, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Gesundheitsministerium und die Bundesländer "klar" aus, hieß es nach einem Videocall der betreffenden Experten. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren. Daraufhin hatten Dänemark und auch Norwegen die Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens bis auf Weiteres ausgesetzt. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt. Wie lange die Unterbrechung währen soll, ist unklar. Aus Vorsicht unterbreche man die Impfungen mit dem AstraZeneca-Mittel jedoch, während die Untersuchungen liefen, sagte Bukholm.

Indes hat die Europäische Arzneimittelbehörde bekanntgegeben, dass der Astrazeneca-Impfstoff auch während der laufenden Untersuchung weiter eingesetzt werden sollte.

Nun besteht die Gefahr, dass Menschen, für die eine Immunisierung mit dem Vakzin vorgesehen war, ungeimpft an Covid-19 erkranken.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin sah am Donnerstag zunächst keinen Anlass für einen Stopp der Astra-Zeneca-Impfungen in Deutschland. Dort war in einem Fall nach der Impfung bei einer Krankenschwester eine Multiple Thrombose diagnostiziert worden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) müsse es Dänemark gleichtun, forderte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer. "Bis alle Untersuchungen seriös abgeschlossen sind, muss AstraZeneca generell aus dem Verkehr gezogen werden". Sie wurde bereits aus dem Spital entlassen, auch hier ist ein Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Wirkstoff nicht belegt. Die Maßnahme könnte das Vertrauen in die Sicherheit des Impfstoffs auch über Landesgrenzen hinaus mindern, was ebenfalls dazu führen könnte, dass Menschen Impfangebote nicht wahrnehmen und ungeimpft erkranken.

Bisher haben sich Dänemark und Norwegen dazu entschlossen, die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff auszusetzen. Alle Impfungen mit dem Vakzin würden aber vorerst ausgesetzt, heißt es in Kopenhagen.

Bislang haben rund 560.000 Menschen ihre erste Corona-Impfdosis erhalten, knapp 220.000 auch ihre zweite. In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern war das mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen, weil belastbare Daten für die Wirksamkeit bei älteren Menschen erst fehlten. Bei mehr als 70 Prozent der bislang verabreichten Impfungen kam das Vakzin von Pfizer/Biontech zum Einsatz, in vier Prozent das von Moderna.

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