Ärzte oder Zentren: Wer bekommt den Corona-Impfstoff?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Die Ministerpräsidentenkonferenz und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten am 3. März vereinbart, dass die Arztpraxen ab der Kalenderwoche 13 oder 14 nur den Überschuss erhalten sollen, den die Länder nicht für den Betrieb der Zentren benötigen. "Aber wenn die Lieferungen so kommen, wie der Bund sie uns in Aussicht gestellt hat, dann können wir die Impfungen bei den Ärzten schnell hochfahren".

Fünf Schwerpunktpraxen fürs Impfen in einer Millionenmetropole wie Köln: Diese Vorgabe des Landes gefiel Oberbürgermeisterin Henriette Reker gar nicht.

Die Impfungen gegen Corona erreichen die nächste Stufe: So soll der kleine "Piecks" künftig auch in Arztpraxen deutschlandweit möglich sein - spätestens ab Mitte April. "Warum sollten die nicht möglichst schnell, wenn genug Impfstoff da ist, damit auch anfangen können?"

Etwa 11.000 Arztpraxen im Südwesten können gegen das Coronavirus impfen, so die Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg. "Bei den Covid-19-Impfungen müssen wir die Zahlen täglich dem Robert Koch-Institut melden", wird sie von den Zeitungen zitiert. Im April seien die Praxen aufgefordert, schwerpunktmäßig immobile Patientinnen und Patienten zu Hause sowie Personen mit Vorerkrankungen zu impfen, die mit einem hohen Risiko im Falle einer Sars-CoV-2-Infektion verbunden sind.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, eine Priorisierung sei generell auch weiterhin notwendig. Sie befürchteten dem Vernehmen nach, dass die Impfzentren nicht mehr ausreichend mit Impfstoff beliefert werden. Der Bund drang aber darauf, frühzeitig zu beginnen.

Den Angaben zufolge werden ab April aufsteigend zwischen drei und fünf Millionen Impfdosen pro Woche erwartet.

Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es dazu, dass man sich über die Einbeziehung der Hausärzte völlig einig sei.

In Impfzentren laufen die Impfungen bereits auf Hochtouren. Mehr als das Dreifache, mindestens 5 Millionen Pikse in der Woche könnten die Haus- und Fachärzte in Deutschland aus dem Stand leisten, verspricht die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Die Zweitimpfung wäre demnach bis zum 8. August zu schaffen. Im Wetteraukreis wird das jetzt schon gemacht.

Im hessenweiten Pilotprojekt mit 50 niedergelassenen Hausarztpraxen sollen noch im März die ersten 10.000 Menschen geimpft werden. "Ich würde da im Moment sehr vorsichtig sein", sagt Gassen im ZDF. Ärzte wollen impfen, Bürger wollen geimpft werden. "Mit ihrer Expertise und Fachkompetenz hat die Zahnärzteschaft schon frühzeitig ihre Unterstützung bei Test- und Impfmaßnahmen angeboten". Ziel sei frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten, beschlossen die Minister nach Beratungen am Mittwoch.

Mittlerweile sind es mehr als 4,3 Millionen Impfdosen, die nach der frischen Lieferung vom Dienstag ungenutzt in den deutschen Kühlschränken versauern.

Related:

Comments

Latest news

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in der EU zugelassen
Der Hersteller sicherte allerdings zu, dass er sich an die Absprachen halten will und ab April die EU-Staaten beliefern werde. Von den 200 Millionen Dosen für die EU sollten Liese zufolge laut Vertrag 55 Millionen Dosen eigentlich bis zum 1.

Stürmisches Wetter in Rheinland-Pfalz und Saarland erwartet
Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Nordwesten Deutschlands am Donnerstag vor schweren Sturmböen, Schauern und Gewittern. "Der richtige Frühling ist erstmal ausgebremst und darauf müssen wir noch ein paar Tage gedulden", erwartet Holz.

Unions-Spitze zieht aus Raffke-Affäre Konsequenzen - Abgeordnete müssen Erklärung abgeben
Wer diese Erklärung nicht abgeben könne, solle sich direkt an die Parlamentarischen Geschäftsführer wenden. Gegen Nüßlein ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit.

Mehr als 2.500.000 Infizierte in Deutschland registriert
Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 1.829 Todesfälle , entsprechend durchschnittlich 261 Todesfällen pro Tag (Vortag: 265). Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Lockerungen im Überblick: Diese neuen Corona-Regeln gelten ab heute in Niedersachsen
Am Sonntag erfolgte nun die Bestätigung, wie sich diese auf den Schwarzwald-Baar-Kreis auswirken werden: Es gibt Lockerungen. Auch für alle anderen Bürgerinnen und Bürger soll es einen kostenlosen, vom Bund finanzierten Test pro Woche geben.

Other news