Wahlen: BaWü und Rheinland-Pfalz: Wer macht das Rennen?

Thomas Frey- Dpa

In Baden-Württemberg war bis zur Wahl Winfried Kretschmann von den Grünen Ministerpräsident. Der 72-jährige Kretschmann ist der erste und einzige grüne Länderchef in Deutschland. Davor gab die CDU lange Jahre den Ton in dem Bundesland ganz im Südwesten an.

In Rheinland-Pfalz regierte bis zur Wahl die SPD gemeinsam mit der FDP und den Grünen in einer Ampel-Koalition. Weder die grüne Spitzenkandidatin Anne Spiegel, noch die Spitzenkandidatin der Liberalen, Daniela Schmitt, sind mit einer Koalitionsaussage in den Wahlkampf gezogen. 2013 bis 2016 koalierte Dreyer nur mit den Grünen.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Briefwähleranteil in diesem Jahr sehr hoch. Wegen der hohen Briefwählerzahl sind deutlich weniger Leute ins Wahllokal gegangen. Die beiden Wahlen sind der Start in das Superwahljahr 2021 mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl im Herbst - und gleichzeitig die ersten Landtagswahlen während der Corona-Pandemie. In nationalen Umfragen sind die Unions-Parteien nach wie vor die mit Abstand stärkste Kraft.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sieht dem Ergebnis dem Landtagswahl in Rheinland-Pfalz optimistisch entgegen. Es könne nur gefeiert werden, "was Corona zulässt". Zuletzt machten auch mehrere Bundestagsabgeordnete im Maskenskandal um Provisionszahlungen und damit zusammenhängenden Lobbyismus-Vorwürfen Negativschlagzeilen.

Welche Partei wird in diesen zwei Bundesländern die Nase vorn haben? Die rechte AfD erreicht in aktuellen Umfragen elf bis 13 Prozent, SPD und FDP kommen auf zehn bis elf Prozent. Bei der Landtagswahl 2016 habe die Wahlbeteiligung insgesamt bei 70,4 Prozent gelegen.

Die CDU könnte historisch schlechte Wahlergebnisse einfahren.

Dem Landtag in Rheinland-Pfalz gehören in der Regel 101 Abgeordnete an. Vor fünf Jahren lag der Anteil der Briefwähler bei 23 Prozent.

Grüne und AfD kämen demnach auf 10 Prozent, die FDP auf 7, die Freien Wähler auf 4 und die Linke auf 3 Prozent. Auch eine Neuauflage von Grün-Rot ist nach Umfragen in Reichweite - ebenso wie eine völlig neue Koalition aus Grünen und FDP. Als unwahrscheinlich gilt, dass die Linke zum ersten Mal im Parlament in Mainz vertreten sein wird.

Mit ersten Prognosen der Fernsehsender ARD und ZDF wird mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr gerechnet, mit ersten Hochrechnungen eine halbe Stunde später.

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