Axel Springer: "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt befristet freigestellt"

Julian Reichelt | EPA

Julian Reichelt hat die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bereits mehrfach bestritten. Der Axel-Springer-Verlag teilte mit, Reichelt habe selbst darum gebeten. Reichelt (40), der Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen und Sprecher der "Bild"-Geschäftsführung ist, weise die Vorwürfe zurück. Die Freistellung ist inzwischen erfolgt". Im Februar 2017 wurde er neben seinem Posten als Chefredakteur Bild Digital zusätzlich Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktion und trägt die übergeordnete redaktionelle Verantwortung der Bild-Marke".

Auch Reichelt soll sich bereits im internen Slack-Kanal des Unternehmens und zu seiner Freistellung geäussert haben: "Bild und die Menschen bei Bild sind mein Leben". Hintergrund - In der Zeit nach der Trennung von Bushido und Arafat gab es immer wieder bis heute anhaltende Gerüchte, laut denen Bushido mit Bild-Internen kooperieren soll. "Auch wenn es mir unheimlich schwer fällt, habe ich den Vorstand gebeten, mich vorerst zu beurlauben, um dazu beizutragen, unangreifbare Aufklärung zu betreiben und die Vorwürfe zu prüfen, die gegen mich erhoben wurden". Allerdings seien die gegen ihn gerichteten Vorwürfe "falsch". "Ich werde mich gegen die wehren, die mich vernichten wollen, weil ihnen ‚Bild' und alles, wofür wir stehen, nicht gefällt". Damit könnte der Journalist den "Spiegel" meinen.

Die "Spiegel"-Autoren beteuerten hingegen, Reichelt in diesem Zusammenhang kontaktiert zu haben, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung". Aus Reichelts Umfeld heißt es jedoch, der Chefredakteur sei nicht mit den Behauptungen konfrontiert worden. Junge Mitarbeiterinnen wurden mitunter rasch befördert.

Der Axel-Springer-Konzern warnte derweil vor möglichen Vorverurteilungen bis zur Klärung des Compliance-Verfahrens: "Axel Springer hat immer und sehr grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Gerüchten, Hinweisen und Beweisen". Wenn aus Gerüchten über andere Personen konkrete Hinweise von Betroffenen selbst werden, beginnt das Unternehmen - wie im aktuellen Fall - sofort mit der Aufklärungsarbeit.

Der Medienkonzern betonte, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien, und schrieb in einer Stellungnahme: "Wenn aus Hinweisen Beweise werden, handelt der Vorstand". Im Firmenintranet teilten Springer-Chef Mathias Döpfner und Vorstand Jan Bayer mit: "Es ist für uns schwer, zu diesem Zeitpunkt im Detail Auskunft zu geben".

Reichelt ist seit 2002 und damit seit fast 20 Jahren beim Konzern Axel Springer in unterschiedlichen Funktionen tätig.

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