Nach Astrazeneca-Stopp: Baden-Württemberg setzt Impftermin-Buchungen aus

Im Kreisimpfzentrum in Ludwigsburg wird erst einmal kein weiterer Astrazeneca Impfstoff verimpft

Die Bundesregierung hat Impfungen mit dem AstraZeneca-Stoff stoppen lassen, weil er womöglich Gesundheitsrisiken beinhaltet. Bürgerinnen und Bürger, die einen entsprechenden Termin haben, werden gebeten, nicht im Impfzentrum zu erscheinen - bis es weitere Informationen zum weiteren Vorgehen gibt. "Prognosen zur Verfügbarkeit von Impfstoffen zu treffen, ist jetzt noch schwieriger".

Grund ist eine Empfehlung zum Impfstopp durch das für Impfungen zuständige Paul-Ehrlich-Instituts, das eine "auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen)" im zeitlichen Zusammenhang mit der Verimpfung des AstraZenca-Impfstoffs sieht.

Die Grafiken, die im Internet kursieren, berufen sich auf Zahlen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und verbreiten die Aussage: 1100 Thrombosefälle kämen auf eine Million Frauen, bei AstraZeneca-Impfungen seien es bloß sechs.

Was ist, wenn ich einen Impftermin mit Astrazeneca in dieser Woche hatte und er abgesagt wurde?

Großer Impfstopp in Deutschland - das Mittel AstraZeneca kann aktuell nicht weiter für die Impfungen gegen das Corona-Virus verwendet werden. Wir ordnen den Sachstand ein.

Das Land ordnet zudem an, dass das Terminbuchungssystem ebenfalls bis einschließlich kommenden Montag geschlossen bleibt. In der Zeit können weder per Telefon noch online Impftermine gebucht werden.

Landesweit mussten rund 160000 bereits vereinbarte Termine abgesagt werden. Die Betroffenen sind laut Ministerium per Mail informiert worden und bekämen zeitnah einen neuen Termin mit einem anderen Impfstoff. Fast 400 000 Personen haben bereits die Zweitimpfung hinter sich.

Dass bereits die erste Astrazeneca-Impfdosis einen guten Schutz vor schweren Verläufen vermittelt, geht unter anderem aus Daten aus Schottland hervor, die im Februar vorgestellt wurden.

Die Corona-Impfungen in Deutschland kommen nicht schnell genug voran. Die Impfungen sollen erst dann fortgeführt werden, sobald der Paul-Ehrlich-Institut eine neue Empfehlung zum Umgang mit AstraZeneca ausspricht.

Durch die andauernden Unklarheiten rund um den Impfstoff war zuletzt auch der für Mittwoch geplante Impfgipfel von Bund und Ländern verschoben worden. Bundesweit Tausende von Erziehern und Grundschul-Lehrkräften wurden mit Astrazeneca geimpft und sind davon betroffen. Im Rahmen des Projektes wird laut Sozialministerium nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer gespritzt. Ob der Astrazeneca-Stopp auch Einfluss auf den geplanten flächendeckenden Impfstart in den Arztpraxen im April habe, könne man derzeit noch nicht abschätzen, erklärt eine Sprecherin Luchas. "Der bereits bestehende Terminstau wird durch die zusätzlich abgesagten Termine nur noch weiter verschärft", sagt Hauptgeschäftsführer Alexis von Komorowski. Ist die Entscheidung verhältnismäßig - angesichts dessen, dass von insgesamt 1,6 Millionen Menschen, die in Deutschland mit AstraZeneca geimpft wurden, sieben eine Thrombose entwickelt haben und davon drei gestorben sind?

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