Medienberichte: Spahn soll teures Maskenprogramm gegen Widerstände im Ministerium durchgesetzt haben

Eine Apotheke wirbt mit FFP2-Masken

Die "Süddeutsche Zeitung " berichtet von einem Apotheker, der für die Masken im Einkaufspreis zwischen 60 und 70 Cent bezahlt habe, NDR und WDR zitieren einen anderen Apotheker, der nach eigenen Angaben zwischen einem Euro und 1,50 Euro pro Maske bezahlte.

Sechs Euro pro kostenlos vergebener FFP2-Maske hatte der Bund den Apothekern ab Dezember erstattet. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" (SZ) mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes erlangten.

"Wir haben die Masken für 1 Euro bis 1,50 Euro eingekauft", erinnert sich Apotheker Detlef Glass an die Verteilung der FFP2-Masken an Corona-Risikogruppen, die vor Weihnachten begann. Im Januar und Februar gab es gegen Vorlage von Coupons weitere Gratis-Masken, insgesamt 15 pro Person. "Wir haben uns dumm und dämlich verdient", so Glass. Wie WDR, NDR und "SZ" berichteten, hat ein Fachreferat vor "gravierenden Finanzwirkungen" gewarnt und wies darauf hin, viele Berechtigte seien "durchaus in der Lage", Masken selber zu bezahlen.

Berlin. Medienrecherchen zufolge soll Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf die Gratis-FFP2-Masken für Ältere bestanden und sie dann extrem überfinanziert haben. So hatte sich auch die Drogeriemarktkette dm im Dezember als Verteiler der Masken angeboten und dafür lediglich einen Preis von einem Euro je Maske genannt.

Doch Spahn ordnete seine Mitarbeiter trotzdem an auszuarbeiten, wie man die FFP2-Masken an besonders gefährdete Bürger verteilen könne. Die sechs Euro hätten sich laut Bundesgesundheitsministerium dann aus eben diesen 4,29 Euro plus einer Unkostenpauschale für die Apotheken ergeben. Allein das schlug demnach mit 9,3 Millionen Euro zu Buche.

"Minister Spahn muss begründen, warum er anders entschieden hat, als es von den Fachabteilungen seines Ministeriums empfohlen worden war", fordert Fricke in der NOZ.

Das Gesundheitsministerium erklärte am Donnerstag, die entsprechende Verordnung sei im Anschluss an Bund-Länder-Beratungen in der Bundesregierung abgestimmt worden. Damals hätten die Preise im Schnitt bei 4,29 Euro gelegen, der Markt sei sehr volatil gewesen.

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