Beschluss auf Impfgipfel - Hausärzte dürfen nach Ostern gegen Corona impfen

Angela Merkel | AP

Es sei unerklärlich, warum Hausärzte "erst irgendwann im April einsteigen und dann auch nur übrig gebliebenen Impfstoff verimpfen sollen", sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht.

Ab 15 Uhr wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten in einer Telefonschalte heute das Vorgehen beraten. "Wir wollen möglichst schnell und möglichst viel impfen", sagte der Landeschef in einer Videokonferenz mit den Medienvertretern aus Hessen.

Beschlossen wurde, dass nach Ostern Corona-Schutzimpfungen in Hausarztpraxen möglich sein sollen.

Wie bislang in den Impfzentren, so Merkel, sollten auch in den Praxen Hochrisiko-Patienten zuerst geimpft werden. Dabei dürfe zu keiner Sekunde aus den Augen verloren werden, besonders Schutzbedürftigen auch weiterhin diesen Schutz zu geben, machte die Kanzlerin mit Blick auf die Priorisierung bei Impfungen deutlich. Das sind umgerechnet 20 Impfdosen pro Praxis für rund 50.000 Hausarztpraxen.

Offen ist dem Entwurf zufolge noch, ob einzelne Bundesländer gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) bis Montag (22. März) erklären können, ob sie "im April noch nicht an der routinemäßigen Impfung in den Arztpraxen teilnehmen wollen", wie es heißt. Hier werden etwa Krebspatienten und andere besonders vulnerable Gruppen versorgt.

"Die verfügbaren Impfstoffmengen in Deutschland steigen in den kommenden Wochen kontinuierlich an". Zunächst sollen aber nur rund eine Million Impfdosen für die Arztpraxen vorgesehen sein, für die letzte Aprilwoche werden mehr als 3,1 Millionen angestrebt. Die Impfzentren sollten künftig verlässlich 2,25 Millionen Dosen pro Woche bekommen - die darüber hinaus gehende Menge werde dann an die Arztpraxen gehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte beim Impfen mehr Tempo.

Die Kanzlerin bleibt nach eigenen Worten bei ihrer früheren Prognose, dass jedem Bundesbürger bis Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden kann. Sie halte die Rücknahme von Öffnungen angesichts des Infektionsgeschehens für unumgänglich.

"Ich begrüße das sehr", sagte Bouffier in seinem kurzen Pressestatement am Freitagabend. Und sie beschließen zusätzliche Impfdosen für einige Bundesländer mit Grenzregionen. Neben Bayern erhalten auch Sachsen, Thüringen, das Saarland und Rheinland-Pfalz, die alle an Regionen mit hohen Inzidenzzahlen grenzen, zusätzlich Vakzine geliefert. Dafür habe man die Rücknahme von Öffnungen bei einer Inzidenz von über 100 vereinbart. Sie hätte sich gewünscht, dass dies nicht nötig werde. Er deutete aber an, dass die Gespräche beim Bund-Länder-Gipfel länger dauern werden.

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